Bürokratisches braucht den Praxistest
(v. l.) Ralph Brinkhaus (MdB), Jens Spahn (MdB) und Dr. Heinz-Josef Sökeland.

Der Politiker kommentierte damit die Ausführungen von Dr. Heinz-Josef Sökeland über eine der ersten Gemeinschaftspraxen in der Region. Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus hatte Spahn eingeladen, um dem christdemokratischen „Gegenpart“ von Minister Daniel Bahr „Impulse und Anregungen aus der Praxis“ zu vermitteln. Nach dem Gesundheitszentrum in Greffen war die Gütersloher „Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen“ (ZAB) zweite Station für den 31-jährigen Politiker aus dem Kreis Borken, der seit 2002 dem Bundestag angehört und bei den beiden vergangenen Wahlen jeweils das Direktmandat gewinnen konnte. In Greffen war die hausärztliche Versorgung im ländlichen Bereich zentrales Thema. Die Gemeinschaftspraxis besteht seit 1990 an der Kolpingstraße. An der Gütersloher Straße in Harsewinkel wurde vor einigen Jahren ein zweiter Standort eröffnet. Sechs Ärztinnen und Ärzte arbeiten in der Praxis, die ganzjährig von Montag bis Samstag geöffnet ist.

So kann ein Arzt auch Familie haben

„Die Kooperation ist für uns Ärzte von Vorteil und muss auch für den Patienten Vorteile bringen“, erklärte Dr. Heinz-Josef Sökeland, der seit 22 Jahren als niedergelassener Arzt tätig ist. „In dieser Form hat man den Freiraum, auch Familie zu haben“, ergänzte Ärztin Eva Appelhans-Schröder, die seit 16 Jahren dabei ist. Die Gemeinschaftsform ermöglicht Dr. Sökeland zudem die politische Arbeit als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Bei allen im „Bermudadreieck“ von Gesundheitspolitik, Standesvertretung und Krankenkassen strittigen Themen fordern die Greffener Ärzte „Praxistests“ in den großen Hausarztniederlassungen. „Die Bürokratie muss gangbar sein. Erst wenn die Praxen grünes Licht geben, dass die elektronische Gesundheitskarte praktikabel ist, sollte sie eingeführt werden.“

Stillstand bei Hausarztverträgen

Sökeland bedauerte, dass es bei den geplanten Hausarztverträgen seit zwei Jahren einen Stillstand gebe. Denn mit ihnen könnten die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Honorare für gleiche Tätigkeiten angeglichen werden „Viele kleine Stellhebel müssen bewegt werden, damit die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sichergestellt werden kann“, fasste Ralph Brinkhaus die Diskussion zusammen.

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