CDU-Fraktion greift haarige Plage auf
Bild: Aundrup
Vorsicht, reizend! Mit Schildern wie diesem an der Schulstraße in Greffen wird auch im Herbst auf das Problem der Eichenprozessionsspinner aufmerksam gemacht.
Bild: Aundrup

Die Christdemokraten wollen unter anderem von der Stadtverwaltung bis zur November-Sitzung des Umweltausschusses wissen, in welchem Ausmaß öffentliche Anlagen, Sportplätze und Wege in der Stadt 2019 vom Auftreten des Eichenprozessionsspinners betroffen waren. Außerdem haken die CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Angelika Wensing und Ratsherr Günter Bruns nach, ob es von Seiten der Stadt Aktivitäten gab, um Nester der Raupen an Bäumen auf öffentlichem Grund zu beseitigen beziehungsweise beseitigen zu lassen und welche Maßnahmen für das kommende Jahr geplant sind.

Das sagt der Bauhofleiter

„Die Glocke“ hat beim Harsewinkeler Bauhofleiter Achim Vorwald nachgefragt. „An der St.-Johannes-Schule in Greffen ist die Firma Kottmeyer tätig geworden, die dort Nester weggesaugt hat. Ansonsten war es einfach schwierig, Firmen zu finden, die sich um die Beseitigung des Eichenprozessionsspinners kümmern. Alle Kommunen und Privatleute hatten ja dasselbe Problem: Die Wartelisten waren lang“, so Vorwald.

Der Bauhof selbst sei nicht tätig geworden. Zumindest nicht, was die Entfernung der Nester angeht. „Wir haben an vielen Stellen – etwa in den Boombergen – Hinweisschilder aufgestellt“, betont der Bauhofleiter.

Alternativen prüfen

Die CDU schlägt vor, dass die Verwaltung ermitteln soll, welche Maßnahmen nötig wären, damit die Bauhofmitarbeiter 2020 die Beseitigung der Nester des Eichenprozessionsspinners selbst übernehmen können, sollte es zu einem ähnlichen Befall wie 2019 kommen. Alternativ solle geprüft werden, ob die Möglichkeit bestehe, Verträge mit örtlichen gewerblichen Anbietern zu schließen, die eine größtmögliche Sicherheit auf öffentlichen Anlagen gewährleisten, so Dr. Wensing.

Stadtverwaltung ist am Ball

Dazu Achim Vorwald: „Die Verwaltung beschäftigt sich derzeit damit, wie man weiter vorgehen könnte.“ Es gebe bereits Leitlinien zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners. „In den Niederlanden gibt es solch ein Regelwerk seit 2013. Man muss das Rad nicht neu erfinden“, so der Bauhofleiter.

Niederländer setzen auf Drei-Stufen-Plan

Die Niederländer setzen auf einen Drei-Stufen-Plan: die Risiko-Analyse, die regelmäßige Beobachtung der Eichen und die Eindämmung zum optimalen Zeitpunkt mit biologischer Bekämpfung sowie mechanischer (Absaugen) und thermischer (Abflammen) Bekämpfung. Bei geringem Befall setzen die Nachbarn auf eine Beschilderung. Die CDU wünscht sich eine Aufklärung „ohne jegliche Panikmache“, um die Lage 2020 gut in den Griff zu bekommen.

Die CDU-Fraktion verweist auch darauf, wie andere Städte wie Münster mit der Plage umgehen. Weiteres dazu in der Dienstagsausgabe der „Glocke“.

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