Chancen der Inklusion ausgelotet
Bild: Darhoven
Außer der Stärkung der Bildungsgerechtigkeit und der Verbesserung des Schulsystems wurden bei der 1. Bildungskonferenz auch sonderpädagogische Förderangebote definiert: (vorn v. l.) Silvia Lobert und Sabine Amsbeck-Dopheide, (hinten v. l.) Brigitte Wöstenfeld (Gesamtschule), Norbert Kreuzmann (Bildungsbüro Kreis Gütersloh) und Petra Fischer (August-Claas-Hauptschule).
Bild: Darhoven

Als vor einigen Jahren der Ruf nach Inklusion verstärkt vernommen wurde, rannte man in Harsewinkel deshalb offene Türen ein. „Wir haben seit 1997 Inklusionsunterricht an der Kardinal-von-Galen-Schule, seit 2008 integrative Lerngruppen an der August-Claas-Hauptschule und mit der Spürnasen-Kita eine Einrichtung mit heilpädagogischen Plätzen. Vieles läuft also schon seit Jahren völlig selbstverständlich“, bedankte sich Silvia Lobert als stellvertretende Fachbereichsleiterin Bürgerdienste, zu denen auch das Schulverwaltungsamt gehört, für das Engagement. Trotzdem sei man stets bemüht, den Status quo durch Feintuning zu verbessern, so Lobert. Deshalb fand kürzlich im großen Sitzungssaal des Rathauses Harsewinkel die erste Kommunale Bildungskonferenz statt.

Förderbedarf früh erkennen 

40 von 55 eingeladenen Vertretern von Harsewinkeler Schulen, Kindergärten, Spielgruppen, Jugendeinrichtungen, dem Arbeitsamt, Berufskollegs, aus der Schulsozialarbeit und dem Jugendamt debattierten darüber, was bei der Inklusion als Weiterentwicklung des Schulsystems verbessert werden kann und wie individuelle Bedarfsangebote aussehen könnten. Besonders wichtig sei es, dass ein Förderbedarf möglichst früh bei einem Kind erkannt werde. Dann könne ihm durch effektive Hilfe eine faire Chance auf vielseitige Bildungsmöglichkeiten gegeben werden, betonte Lobert. Gleichzeitig müsse auch den Eltern vermittelt werden, Förderbedarf als Chance anzusehen.

Aus dem Konferenz-Arbeitskreis Ganztag kam die Anregung, ein gemeinsames Therapiezentrum in den Schulen zu integrieren. In vielen Einrichtungen größerer Städte sei das bereits Normalität, betonte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD). Nach den Sommerferien soll zur Bedarfsermittlung ein Arbeitskreis gegründet werden.

 „Kommunale Praktikumsplätze zur beruflichen Orientierung für Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ lautete ein Vorschlag aus dem Arbeitskreis Schule/Beruf. Der Arbeitskreis Frühe Hilfen/Unterstützung/Beratung setzt bei Förderbedarfsfeststellung auf frühestmögliche Beratung der Eltern und gegenseitige Hospitation von Erzieherinnen in Kitas bei Auffälligkeiten von Kindern.

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