Containerplatz wird zur Müllkippe
Bild: Aundrup
Zwischen den Glas- und den Altkleidercontainern türmt sich der Abfall: Gartenauflage, Wäschekorb, Tüten, Pappkartons und mehr.
Bild: Aundrup

So sah es vor wenigen Tagen am Container-Standort an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Harsewinkel aus. „Leider ist das dort Alltag und nichts Außergewöhnliches“, sagt der städtische Abfallberater Guido Linnemann auf Nachfrage der „Glocke“.

Standort liegt versteckt

Vor allem dieser Container-Standort, an dem man ganz legal Altglas, Kleidung, Schuhe und Elektro-Kleingeräte entsorgen darf, wird von Müllsündern besonders häufig angesteuert. „Weil der Bereich so versteckt liegt und von einer Hecke umgeben ist. Er ist nicht gut einsehbar“, sagt Linnemann über den Problem-Standort in der Stadt.

Umweltsünder hinterlassen Spuren

Der Abfall- und Umweltberater hofft in solchen Fällen auf Hinweise – entweder von Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder aber von den Umweltsündern selbst. „Am besten ist es, wenn sie Spuren hinterlassen, etwa in Form von Adressen, Kontoauszügen oder Versicherungsunterlagen. All das haben wir schon in den illegal entsorgten Hinterlassenschaften gefunden – und sind so auf die Verursacher aufmerksam geworden.“

Bußgeldern zwischen 50 und 50 000 Euro

Der Verwaltungsmitarbeiter macht deutlich, dass solch ein Verhalten Konsequenzen haben kann. Denn: Den Verursachern droht ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeldern zwischen 50 und 50 000 Euro.

Ein Teufelskreis

Eigentlich sei das ein Teufelskreis: Der Bauhof oder Guido Linnemann bekommen einen Hinweis aus der Bevölkerung, dass ein Container-Standort oder ein Waldgebiet wieder zugemüllt sind. „Dann schicken wir sofort Leute raus, die den Sperrmüll entsorgen. Denn die Erfahrung zeigt: Liegt irgendwo illegaler Abfall und wird dieser nicht entsorgt, kommt mit der Zeit immer mehr dazu. Wenn wir das nicht abholen, ist in der nächsten Woche die doppelte Menge da“, so der Abfallberater. Es scheint sich also herumzusprechen, dass man an bestimmten Stellen gut seinen Müll loswerden kann – und die Stadt räumt ihn weg.

Kameras sind rechtlich schwierig

Sind Kameras wie auf den Schulhöfen eine Lösung? „Das ist ein öffentlicher Raum. Eine 24-Stunden-Überwachung ist rechtlich sehr schwierig“, weiß Guido Linnemann, der aber auch sagt, dass die illegale Müllentsorgung in den vergangenen fünf Jahren insgesamt im Stadtgebiet nicht zugenommen habe. „Sie hat sich nur mehr konzentriert – etwa auf den Containerplatz an der Gerhart-Hauptmann-Straße.“ Die Kosten, die der Stadt jährlich für die Entsorgung des illegalen Mülls entstehen, beziffert der Abfallberater auf rund 7000 Euro. „Das ist aber wirklich nur eine grobe Schätzung, weil wir kein Buch darüber führen.“

Wie hoch kreisweit die Entsorgungskosten für den illegalen Müll sind, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der „Glocke“.

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