Das gewisse Etwas im Klostergarten
Bild: Heumüller
Lauschiges Plätzchen: Die Musiker und Sänger boten das gewisse Etwas im Marienfelder Klostergarten.
Bild: Heumüller

 Am Sonntagnachmittag hatte eine stattliche Zahl Musikinteressierter den Weg in den Klostergarten gefunden, um in lockerer Stimmung einem bunten Melodienstrauß aus Vokal- und Instrumentalmusik zu lauschen. Dabei sorgten die Darbietungen der Chorgemeinschaft aus britischen Offiziersfamilien in Marienfeld für das gewisse Etwas. Was das Besondere an den englischen Chorälen, vornehmlich aus dem 19. Jahrhundert, ist? Das wird auf dem Kontinent oft gerätselt. Anstelle langer Erklärungsversuche hört man am besten einfach zu. Die „Marienfeld Singers“ unter der Leitung von Austin Boothroyd, unterstützt von einem Bläserquintett aus zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba, lüfteten das Geheimnis ein Stück weit. Lieder zu Schöpfung, Natur und zur Ernte waren die Schwerpunkte.

„Kuckuck“ erntet den meisten Applaus

Der humorvolle „Kuckuck“ jedoch erntete den meisten Applaus. Als Boothroyd einen von den Bläsern präsentierten Satz aus dem „Sommer“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ ankündigte, stellte er, durch einen Blick zum Himmel verunsichert, fest: „Oder aus dem Herbst?“ Kein Wunder, typisch britisch eben. Für den Gesang zu werben, lautete das erklärte Ziel der Marienfelder Chöre. Das gelang besonders dem schon weit gereisten Mädchenchor mit einer rhythmisch flotten Darbietung. Die zarten Töne eines Querflötentrios ließen den Sommer langsam davonziehen. Bei alledem waren die Zuhörer immer wieder zum Mitsingen eingeladen. „Einmal proben wir das, und dann muss das sitzen“, ermutigte Andreas Müller das Publikum, um überrascht festzustellen: „Es geht doch!“ „Du lässt den Tag, o Gott, nun enden“ nach dem englischen „The day Thou gavest“ mit seinen fünf Strophen – das bildete den gelungenen Abschluss des Konzerts im Freien.

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