Das passiert am illegal angelegten Teich
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Auch die Erdkröte fühlt sich am Feuerlöschteich an der Hesselteicher Straße wohl. Rainer Brokmann geht davon aus, dass sich Berg- und Teichmolche, Erdkröten sowie Gras- und Teichfrösche dort ansiedeln werden.
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Dann hat die CDU nachgefragt, was es mit den 60.000 Euro für den Amphibienschutz im Haushalt auf sich hat. Deshalb wanderte der Punkt am Dienstagabend auf die öffentliche Tagesordnung.

Es gibt ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Amphibien

Rainer Brokmann vom Herforder Landschaftsarchitekturbüro Kortemeier und Brokmann ging darauf ein, was genau geplant ist, um den Schutz der Tiere sicherzustellen. Die Lösungsansätze von Rainer Brokmann: zwei rund 600 Meter lange mobile Amphibien-Schutzzäune mit Fanggefäßen in einem Abstand von zehn Metern, die beidseitig der Hesselteicher Straße je nach Witterung zwischen Mitte Februar und Ende April, eben zur Wanderzeit von Kröten und Co., aufgebaut werden. Mitarbeiter der Stadt übernehmen das Leeren der Amphibieneimer. Und: Es erfolgt eine Dokumentation der gefangenen Tiere.

Verschattung ist unattraktiv für Kröten und Co.

Auch das soll umgesetzt werden: Das Gewässerumfeld soll durch eine Eingrünung mit Gehölzen so gestaltet werden, dass der Teich verstärkt verschattet wird. „Je mehr das Gewässer verschattet ist, umso unattraktiver ist es zum Ablaichen“, erklärte Rainer Brokmann. Die Folge: Als Wanderziel sei das Gewässer dann nicht mehr gefragt. Alle Schritte werden auch intensiv mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Kosten auf 10.000 Euro reduziert

Und was ist mit den 60.000 Euro? Die sind vom Tisch. In der Sitzung wurde deutlich gemacht, dass zuerst ein permanenter Zaun eingeplant gewesen sei. Jetzt setzt die Stadt aber wie vom Büro vorgeschlagen auf eine mobile, günstigere Lösung. Im Rahmen der Vorberatungen zum Entwurf des Haushaltsplans wurden einstimmig 10.000 Euro für die Maßnahmen abgesegnet.

Experte rechnet mit verstärkter Wanderung

Bislang ist der Löschteich noch sehr attraktiv als Laichgewässer für die Amphibien. Deshalb rechnet Brokmann auch mit einer verstärkten Wanderung über die Hesselteicher Straße. Er geht von einer Ansiedlung von Berg- und Teichmolchen, Erdkröten sowie Gras- und Teichfröschen aus. Das Büro AG Biotop-Kartierung hat im Sommer 2018 die umliegenden Gewässer untersucht. In vier Teichen wurden Amphibien festgestellt: Berg- und Teichmolch, Erdkröte, Gras- und Teichfrosch.

Amphibienschutzzäune am Löschteich bleiben

2019 wurden auch Amphibienschutzzäune am Löschteich aufgestellt. Die Einzäunung bleibe bestehen, um ein Ablaichen zu verhindern, so Rainer Brokmann. Auch die Wanderungsbewegungen wurden vom 28. Februar bis 29. April 2019 ausgewertet. Danach war die Erdkröte mit 244 Tieren die häufigste Art, gefolgt vom Grasfrosch (16 Tiere), Wasserfrosch, Berg- und Teichmolch.

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