Der Gasthof Wilhalm ist verkauft
Das älteste Gasthaus Harsewinkels, der Gasthof Wilhalm von 1788, ist an Udo Hemmelgarn verkauft worden. Was mit dem Gebäude passiert – zuerst waren ein Abriss und ein Neubau geplant –, ist derzeit noch nicht klar. Mittlerweile hat sich auch die Stadt eingeschaltet, der der Erhalt des Gebäudes wichtig ist. Das Bild zeigt den Gasthof illuminiert beim Lichterabend.

 „Ja, das stimmt, wir haben verkauft. An Udo Hemmelgarn“, bestätigt der 75-Jährige. Mindestens noch bis Ende 2018 bleibt der Gasthof an der Dr.-Pieke-Straße, dessen Historie bis ins Jahr 1788 zurückgeht, geöffnet. „Eventuell führen wir den Betrieb auch noch im kommenden Jahr weiter. Das können wir entscheiden“, so Achim Koriath. Er führt unter anderem die fehlende Nachfolge und das Alter – die Koriaths sind beide 75 – als Gründe für den Verkauf an. „Natürlich hätten wir es lieber gesehen, wenn das Gasthaus von einem Interessenten weitergeführt werden würde. Aber einen Nachfolger haben wir nicht gefunden“, so der 75-Jährige. Ihm und seiner Frau habe die Gastronomie immer viel Spaß gemacht. „Wir sind aber mittlerweile längst im Rentenalter“, so der Harsewinkeler.

Ursprünglicher Plan: Abriss und Neubau

Auch Udo Hemmelgarn   bestätigte am Montagvormittag den Kauf des Gasthofs. „Ursprünglich habe ich an einen Abriss und einen Neubau gedacht. Allerdings bin ich in Gesprächen mit der Stadt: Der Politik und der Stadt ist es wichtig, dass das Gebäude erhalten bleibt. Und dem verschließe ich mich nicht. Es gibt auch andere Optionen“, so Hemmelgarn. Und welche anderen Möglichkeiten sind das? „Zum Beispiel wäre es möglich, das Grundstück mit einem anderen in der Stadt zu tauschen. Aber das ist noch nicht abschließend geklärt. Wir arbeiten an einer Lösung, mit der auch die Stadt leben kann. In den nächsten zwei bis drei Wochen wissen wir sicherlich Näheres“, machte Udo Hemmelgarn deutlich. Gerade der Ältestenrat verbinde dieses Gasthaus mit Heimat, so der Harsewinkeler Investor, der für die AfD im Bundestag sitzt.

Stadt führt Gespräche

Auch Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide  teilt auf Nachfrage mit, dass die Stadt derzeit in Kontakt mit der Familie Koriath und dem neuen Investor sei: „Die Gespräche sind sehr offen. Ich bin zuversichtlich.“ Mehr – unter anderem dazu, was die Stadt dann an dieser Stelle plant – wollte Sabine Amsbeck-Dopheide nicht sagen. Der Poalbürger sprach im Hinblick auf den Gasthof Wilhalm von einem historischen Herzstück Harsewinkels. „Wenn das Gebäude abgerissen werden würde, würde mir das in der Seele weh tun“, so der Informant.

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