Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen
Bild: Aundrup
Hoffen auf viele Freiwillige, die den Flüchtlingen in den ersten Wochen unter die Arme greifen wollen: Flüchtlingsberaterin Nasip Polat (links) und Mini-Maxi-Leiterin Gudrun Greve.
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Das Familienzentrum Mini-Maxi möchte die Asylbewerber in ihren ersten Wochen in Harsewinkel an die Hand nehmen und ihnen helfen, sich zurechtzufinden. Dafür werden Ehrenamtliche gesucht. „In den vergangenen Monaten habe ich viele Anrufe von Menschen bekommen, die fragen, wie sie den Flüchtlingen helfen können“, sagt Mini-Maxi-Leiterin Gudrun Greve. Sie hat sich mit der Flüchtlingsberaterin Nasip Polat von der Arbeiterwohlfahrt zusammengesetzt. Gemeinsam kamen sie auf die Idee, einen Ehrenamtspool für die Flüchtlinge aufzubauen. „Interessenten müssen sich auch nicht über einen längeren Zeitraum binden. Es geht nur darum, die Flüchtlinge in ihren ersten fünf bis sechs Wochen in Harsewinkel zu begleiten“, so Gudrun Greve. Nasip Polat macht deutlich, was auf die Freiwilligen zukommt: „In den sechs Wochen sollen die neuen Flüchtlinge mit dem Leben in Harsewinkel vertraut gemacht werden. Die Ehrenamtlichen zeigen ihnen das Rathaus und wichtige Anlaufstellen in der Stadt und im Kreishaus. Praktische Dinge wie das Busfahren in Deutschland sollen gemeinsam geübt werden. Außerdem soll den Asylbewerbern gezeigt werden, wo sie Ärzte, Supermärkte und die Post finden, ganz alltägliche Dinge eben, die für uns selbstverständlich und für die Flüchtlinge ganz neue Welten sind.“

Uhren ticken anders

 Die Uhren in Deutschland ticken anders als in den Heimatländern der Flüchtlinge. „Viele wissen gar nicht, wie wichtig die Zeit und die Pünktlichkeit in Deutschland sind. Auch kennen sie meist nicht den Unterschied zwischen Duzen und Siezen. Das kann bei Behörden zum Problem werden“, so Gudrun Greve. Aus diesem Grund seien nicht nur die ehrenamtlichen Paten wichtig, um die Neuankömmlinge mit den örtlichen Gepflogenheiten bekannt zu machen, sondern auch das Starterpaket zur besseren Orientierung. „Die Flüchtlinge bekommen eine Mappe, in die sie ihre Papiere heften können. Die schleppen sie nämlich meist völlig ungeordnet in einer Plastiktüte oder in einem Karton mit sich herum. Auch erhalten sie eine Uhr und einen Kalender“, berichtet Nasip Polat, die pro Tag innerhalb von vier Stunden zwischen 8 und 15 Flüchtlinge im Gemeinschaftshaus berät.

Wie die Ehrenamtlichen auf das Projekt vorbereitet werden, wann es das erste Informationstreffen gibt und wie Gudrun Greve vorab für weitere Fragen zu erreichen ist, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der „Glocke“.

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