Ehrenmal-Vorplatz soll Parkplatz werden
Das Ehrenmal an der Hauptstraße in Greffen: Ein Teil soll als Parkplatz für den Supermarkt genutzt werden. Die Gedenkstätte soll dafür noch einmal eingefriedet werden.

Grundsätzlich können sich die Harsewinkeler Politiker damit anfreunden. Sie regen aber an, dann am Ehrenmal tätig zu werden, um den Bereich vom künftigen Parkplatz optisch abzutrennen. Das jedenfalls ist eine Empfehlung an den Stadtrat, der sich abschließend noch einmal mit dem Thema beschäftigen muss. Die zweite Vorgabe: Der Pächter soll verpflichtet werden, ein Stellplatzkonzept zu entwickeln, das sowohl im Randbereich als auch innerhalb der Flächen Baumpflanzungen vorsieht.

Aus Sicht der Verwaltung gibt es keine Argumente, die einer solchen Planung entgegenstehen. „Eine Bestandssicherung der vorhandenen Großbäume scheidet nach Prüfung aus, da ansonsten die Gesamtmaßnahme sich aus Sicht des Investors nicht mehr wirtschaftlich darstellen lässt“, schreibt die Stadt. Gerade unter diesem Gesichtspunkt sei es wichtig, dass der Stellplatz in der gesamten Fläche mit Bäumen ausgestattet werde, damit letztendlich auch wieder in der Zukunft dieser Bereich als grüne Mitte Greffens wahrgenommen werden könne.

Der Investor sieht das etwas anders, wie einem Schreiben zu entnehmen ist, das auch den Politikern im Planungs- und Bauausschuss vorlag. „Baumstandorte in der Mitte der Anlage wurden vom Architekten als nicht praktisch abgeraten“, heißt es dort. Stattdessen könnten Bäume in die Hecke am Rand integriert werden. „Zusätzlich würde ein großes, idyllisches, dorfgerechtes und einladendes Blumenbeet am Bürgersteig sowie am Parkplatz entstehen“, schreibt der Investor im besten Marketingsprech weiter.

Allgemein wird das Vorhaben positiv gesehen. Und zwar aus einem einfachen Grund. „Die ohnehin schwierige Ausgangslage, in einem Ort in der Größenordnung von Greffen langfristig einen Lebensmittelmarkt wirtschaftlich zu betreiben, sollte mit der Bereitschaft, öffentliche Flächen zur Verbesserung des Parkraumangebots zu Verfügung zu stellen, unterstützt werden“, schreibt die Verwaltung. Einfach ausgedrückt: Lieber etwas Fläche am Ehrenmal abgeben, als irgendwann ohne Supermarkt im Dorf dastehen.

Von dem um 30 Plätze erweiterten Stellplatz soll auch die Öffentlichkeit etwas haben. „Der Antragsteller hat seine Bereitschaft erklärt, dass der Platz an Gedenktagen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Des Weiteren akzeptiert er die Nutzung der Stellplatzflächen in Zusammenhang mit Beerdigungen“, heißt es in einer Beschlussvorlage für den Planungs- und Bauausschuss, der sich jüngst mit dem Thema beschäftigt hat.

Die Stadt will nun zeitnah mit dem Investor einen Pachtvertrag schließen. Zumindest dann, wenn in Sachen Baumbestand und weiteren Pflanzungen nachgebessert wird.

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