Einbrecher müssen für Jahre ins Gefängnis

Drei Einbrecher aus Harsewinkel müssen wegen schweren Bandendiebstahls für Jahre ins Gefängnis.

Über seine Strafe habe das Gericht am längsten beraten, sagte Carsten Nabel, der Vorsitzende Richter am Landgericht Bielefeld, am letzten Prozesstag am Donnerstag. Die Pflichtverteidigerin hatte eine Bewährungsstrafe gefordert. Dem Maurerlehrling hielt das Gericht zugute, dass er ein unbescholtenes Blatt war und nach seiner Festnahme im März umfassende Aussagen gemacht hatte, ohne die einige Einbrüche der Bande gar nicht zuzuordnen gewesen wären. Die Geständnisse der Haupttäter, des 45-jährigen Spaniers und des 33-jährigen Briten, waren erst zu Prozessbeginn am Montag erfolgt.

19 Einbrüche in zwei Jahren

Dass der 21-jährige Harsewinkeler zu einer Haftstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt wurde und eine Aussetzung zur Bewährung damit unmöglich ist, begründete das Gericht mit der Anzahl der Taten und dem Zeitrahmen: 19 Einbrüche über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Rolle als Fahrer für seine Mittäter sei nicht so klein, wie der Auszubildende gedacht habe, betonte der Richter.

Angeklagt war die Bande ursprünglich in 21 Fällen, von denen die Staatsanwaltschaft schließlich noch 19 für nachweisbar hielt, wobei es in einem Fall beim Einbruchsversuch geblieben war. Die Angeklagten hatten gestanden, in ganz Ostwestfalen-Lippe in acht Schlecker-Märkte, neun Gaststätten und zwei Harsewinkeler Landmaschinengeschäfte eingebrochen zu sein und Geld sowie Maschinen im Gesamtwert von rund 25 000 Euro erbeutet zu haben. Unter anderem waren sie in Harsewinkel, Herzebrock-Clarholz, Schloß Holte-Stukenbrock und im Norden des Kreises Gütersloh aktiv.

„Klassische, fast schon altmodische Bande“

Der gesetzliche Strafrahmen für schweren Bandendiebstahl liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren. Vier Jahre und sechs Monate hat der Kopf der Bande, der 45-jährige Spanier, der seit seinem ersten Lebensjahr in Deutschland wohnt und als Einziger einschlägig vorbestraft ist, bekommen. Für drei Jahre und neun Monate geht der 35-jährige Brite ins Gefängnis.

Richter Nabel sprach von einer „klassischen, fast schon altmodischen Einbrecherbande“. Kriminelle Energie sei vor allem bei den Einbrüchen in die Drogeriemärkte zu erkennen gewesen. Nabel: „Die Nerven, dort nachts in aller Ruhe einen Tresor aufzuflexen, mit Lärm, Brand- und Entdeckungsgefahr, die muss man erst mal haben.“

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