Flughafen-Antrag wird zur Bruchlandung
Bild: Dinkels
Die SPD konnte sich nicht mit ihrem Antrag durchsetzen, die Mitgliedschaft in der Flughafen-Gütersloh-Gesellschaft zu kündigen.
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SPD-Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer betonte, dass die Gesellschaft mit der Absicht gegründet worden sei, die Reaktivierung des zivilen Flugverkehrs auf dem Flughafengelände anzustreben. „Die Kosten für eine Reaktivierung werden sich aber allein für die Infrastruktur auf horrende 14 bis 15 Millionen Euro belaufen. Die jährlichen Betriebskosten sollen etwa 1,8 Millionen Euro betragen. Diese Kosten sind vor dem Hintergrund, dass es für dieses Projekt keine Fördermittel geben wird, nicht zu verantworten“, begründete Hemkemeyer den Antrag seiner Fraktion. Sie wünscht sich auf dem Gelände des Flughafens Gütersloh ein interkommunales Gewerbegebiet und ein Windvorranggebiet. Die Kündigung der Mitgliedschaft stieß im Stadtrat aber auf wenig Gegenliebe. Dr. Barbara Flötotte von der FDP betonte, dass es wichtig sei, den Unternehmen die Entscheidung zu überlassen: „Auch die Firma Claas ist mit vier Prozent Mitgesellschafter. Wenn auch sie den Austritt fordern, dann sollten wir das tun.“

„Die 775 Euro machen die Stadt nicht reicher und auch nicht ärmer“

Heinz Bünnigmann (CDU) sah das genauso: „Wenn wir die Mitgliedschaft kündigen würden, dann wäre das ein völlig überflüssiges Signal. Schließlich haben wir keine laufenden Kosten.“ Der Christdemokrat geht auch davon aus, dass die Briten den Rückzug bis 2020 nicht schaffen. „Für sie ist es fast günstiger, zu bleiben. Schließlich haben sie in der Heimat nicht genügend Kasernen und Unterkünfte für diejenigen, die hier stationiert sind.“ Ein Gewerbegebiet funktioniere nicht wegen der schlechten infrastrukturellen Anbindung. Auch seien die Eigentumsverhältnisse auf dem Areal gar nicht geklärt, so Bünnigmann. Johannes Sieweke (UWG) sieht hingegen ein Potenzial für eine gewerbliche Nutzung. Trotzdem lehnte er den Antrag der Sozialdemokraten ab. „Die 775 Euro machen die Stadt nicht reicher und auch nicht ärmer“, sagte Sieweke. Stadtplaner Reinhard Pawel nahm dem Vorstoß der SPD-Fraktion ebenfalls den Wind aus den Segeln: „So lange es dort eine Start- und eine Landeerlaubnis gibt, handelt es sich um eine Schutzzone, in der keine andere Nutzung möglich ist.“ Im Klartext heißt das: Weder ein Gewerbegebiet noch ein Bürgerwindpark können dort vorerst realisiert werden.

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