Frauen häkeln gegen Plastik an
Bild: Reckeweg
Insgesamt 20 Frauen haben gemeinsam mehr als 100 Einkaufsnetze gehäkelt.
Bild: Reckeweg

Am Samstag, 31. August, gehen sie ab 9 Uhr auf dem Wochenmarkt über die Verkaufstheke. Wenn Plastik herrenlos wird – dann sei das ein großes Problem, betont die Bürgermeisterin. „Es treibt durch die Ems ins Meer, wird zu Mikroplastik, was die Fische aufnehmen. Und wir essen diese Fische.“

In kurzer Zeit 20 Engagierte gefunden

Die Idee, Einkaufsnetze als Ersatz für Tüten zu häkeln, habe sofort Anklang gefunden. In kürzester Zeit kamen 20 Frauen zusammen, die teils gemeinsam, teils allein zuhause emsig Beutel häkelten. Das Familienzentrum Harsewinkel und die Kita Spürnase sind vertreten, KFD-Mitglieder häkeln fleißig, Nachbarschaftsgruppen und Ratsmitglieder sind dabei.

„Man wird davon richtig süchtig“

Zwei Abende pro Tasche, drei bis fünf Euro Materialwert. Manche der Frauen konnten gar nicht wieder aufhören. „Man wird davon richtig süchtig, das macht super viel Spaß“, sagt eine der fleißigen Häkelerinnen. Fünf Euro soll eine Tasche am Samstag kosten.

Geld, das die Damen in Bäume investieren wollen, beispielsweise für einen Kindergarten. Etwa 250 bis 300 Euro koste ein junger Baum inklusive Pflege, erklärt Guido Linnemann, bei der Stadt für den Baumschutz zuständig, den Frauen.

Zehn Netze sind bereits verkauft. Die restlichen sollen am Samstag an den Mann und die Frau gebracht werden. „Damit verbunden ist die Bitte, bewusster mit Einmalplastik umzugehen und sich beim Einkaufen kein Plastik mitgeben zu lassen“, betont Amsbeck-Dopheide.

Häkeln statt Rauchen

Die Frauen konnten mit dem Häkelprojekt sogar für sich selbst etwas hinzugewinnen. „Ich habe so weniger geraucht, das tut meiner Gesundheit gut“, berichtet eine von ihnen. Die nächste hat neue Gesellschaft gefunden: „Ich bin selbst nicht die große Leuchte im Häkeln, aber ich bekomme so viel Hilfe und Unterstützung, das ist schön.“

Amsbeck-Dopheide will einige der Taschen auch mit in die Partnerstadt Les Andelys, Frankreich, nehmen. „Dann können wir zeigen, was wir hier alles machen.“

Die Bürgermeisterin ist begeistert von der Sache. „Es ist in Mode, einen Häkelbeutel zum Einkaufen zu haben“, bewirbt Amsbeck-Dopheide die Einzelstücke. Wer selbst für eine nachhaltige Zukunft häkeln möchte, könne sich gern beteiligen, lädt die Gruppe ein. Außerdem seien Garnspenden immer willkommen. Erst recht, bevor vermeintliche Reste im Müll landen.

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