Freibad-Sanierung: Das alles ist geplant
Ein Beispiel von einer Wasser-Kletterwand von der Nürnberger Firma Waterclimbing, die das Bild zur Verfügung gestellt hat.

An diesem heißen Donnerstag  kühlen sie ihre Füße erst einmal im 27 Grad warmen Wasser ab. Anschließend gehen sie durchs Freibad und erklären, was wo angepackt wird. Christoph Dammann sagt, dass im Grunde genommen die ursprüngliche Lösung umgesetzt wird. Hinzu kommen aber weitere Extras. Dabei schlägt der zusätzliche größte Batzen, die Sanierung der alten Umkleiden, mit 390 000 Euro zu Buche. Aber eben auch die Beregnungsanlage mit 40 000 Euro und die Beleuchtung mit weiteren 45 000 Euro. Unterm Strich kostet die Freibad-Erneuerung 4,7 Millionen Euro – ein großer Posten sind die Edelstahlbecken mit rund 1,7 Millionen Euro. Die Stadt trägt einen Eigenanteil von 2,96 Millionen Euro.

 Wo Freibad-Sanierung draufsteht, steckt eine Menge  Spaß drin

 Wo Freibad-Sanierung draufsteht, steckt eine Menge  Spaß drin. Für die Kinder entstehen insgesamt drei rund angelegte Bereiche, die durch Sitzbänke drumherum eingefasst werden. Geplant ist ein Wasserspielgarten mit zahlreichen Spielmöglichkeiten und Mini-Wasserrutsche für die ganz Kleinen. Geschützt werden sie dort durch ein riesiges Sonnensegel. Dann gibt es künftig den Sprayground – für die Altersgruppe Kindergartenkinder. Der gummiartige Untergrund ist weich. Aus verschiedenen Löchern spritzt das Wasser in die Höhe. Und dann gibt es noch den Matschbereich mit ein bis zwei Wasserquellen. Christoph Dammann umschreibt das Ganze so: „Das Wasser wird dort in verschiedenen Formen für die unterschiedlichen Altersgruppen erlebbar gemacht.“ In diesem Bereich werden auch die jetzigen WCs saniert. Dort entsteht eine Sammelumkleide für Familien sowie ein WC und eine Möglichkeit zum Wickeln. Das Nichtschwimmerbecken bekommt einen Strömungskanal mit der Blubbertonne in der Mitte und einem Wasserfall. Ein Wasserpilz, Nacken- und Massagedüsen sowie eine vier Meter lange Rampe sind ebenfalls geplant. Vorgesehen ist ein eigenes Becken für die breite Wellenrutsche.

Rampe im Schwimmerbecken für alle

Der Weg von Christoph Dammann, Sabine Amsbeck-Dopheide und Reinhard Strotjohann führt zum Schwimmerbecken. Die Rampenlösung im großen Becken ist lange von den Lokalpolitikern diskutiert worden. „Sie war immer Bestandteil der Pläne“, macht Christoph Dammann deutlich. Erstmals vorgestellt wurden sie Anfang Juni – und damit ging die Debatte los. Jetzt hat man sich auf eine rund 20 lange und etwa 1,40 Meter breite Rampe geeinigt. Sie wird an das Becken angedockt, um alle acht Bahnen zu erhalten. „Die Rampe kommt nicht nur Rollstuhlfahrern zugute. Auch Menschen mit Einschränkungen und alle anderen Schwimmer können den langsamen Einstieg gut nutzen“, betont Reinhard Strotjohann. Auch die Bürgermeisterin hat etwas dazu zu sagen: „Das Herauskommen aus dem Wasser wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Und auch dafür kann man die Rampe gut nutzen.“

Neues zentrales Schwimmmeisterhäuschen

Ein neues Schwimmmeisterhäuschen wird geschaffen – und zwar an zentraler Stelle zwischen Haupt- und Nichtschwimmerbecken sowie dem Spielbereich für die Kleinen. „Dort sind die Sichtachsen ideal. Aber auch das alte Schwimmmeisterhaus bleibt erhalten“, betont Dammann. Zwei Aufsichtspersonen werden auch künftig im Freibad zum Einsatz kommen. „Wenn die Besucherzahlen nach der Sanierung steigen, was wir hoffen, dann müssen perspektivisch bis zu vier Mitarbeiter im Einsatz sein“, macht Reinhard Strotjohann deutlich. Dammann ist zuversichtlich, dass Besucher aus den Nachbarkommunen zum Baden nach Harsewinkel kommen: „Allein deshalb, weil die Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche deutlich gesteigert wird.“

Von der Kletterwand direkt ins Wasser

Mehr Attraktivität – das verspricht auch das Waterclimbing. Es handelt sich um eine fünf Meter hohe Kletterwand, die im Sprungbereich aus dem Wasser herausragt. Christoph Dammann stellt klar: „Das ist keine Kletterwand wie am Gymnasium. Sie steht im Wasser. Die Kinder können bis zu drei Meter hochklettern und sich dann ins Wasser fallen lassen.“ Entspannung bieten nicht nur die Massagemöglichkeiten im Nichtschwimmerbecken. Auch die geschwungenen Wave-Liegen, die auf den Grünflächen am großen Becken aufgestellt werden, sollen die Aufenthaltsqualität steigern.

16 Umkleiden und 102 Schränke

 Die Optik der seitlichen Umkleiden aus den 60-er-Jahren soll gar nicht stark verändert werden. Dort, wo jetzt die Kabinen sind, entsteht ein überdachter Aufenthaltsbereich mit Tischtennisplatte, Tischfußball und mehr. Die 16 geplanten Umkleiden und die 102 Schränke, die beiden Sammelumkleiden sowie der Trakt für Behinderte mit Dusche, WC und Umkleide rücken weiter in den hinteren Bereich. Das gewellte Dach wird ebenfalls erneuert. Der Eingangsbereich zum Freibad wird ebenfalls moderner gestaltet. Auch er muss barrierefrei sein, wie Christoph Dammann deutlich macht. Deshalb fallen auch die mit Wasser gefüllten Durchschreitebecken weg, die Duschen bleiben. Und: Der alte Kiosk – etwas ältere Semester erinnern sich noch lebhaft an die Dachterrasse – wird im Rahmen der Sanierung abgerissen.

Wie geht es jetzt mit der Planung weiter?

Und wie geht es jetzt mit der Planung weiter? Dazu äußert sich Fachgruppenleiter Christoph Dammann: Ab der nächsten Woche geht es in die Detailplanung. Wenn die steht, wird das Ganze an die Oberfinanzdirektion Münster geschickt, die die Zuschussfähigkeit für den Fördermittelgeber – das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung – prüft. In der Regel dauert es sechs bis acht Wochen, bis die Behörde ihr Okay gibt. Vorher darf die Ausschreibung nicht auf den Weg gebracht werden. „Aber wir dürfen sie vorbereiten“, so Dammann. Und er sagt: „Wir wollen so schnell wie möglich starten. Baubeginn soll nach dieser Freibadsaison im Herbst sein.“ Ob das Bad schon zur nächsten Freibadsaison fertiggestellt ist, kann noch niemand sagen. „Wir haben ja auch noch ein Hallenbad“, merkt Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide an. Der Fördermittelzeitraum läuft bis 2020 – daher gibt es auch noch einen zeitlichen Puffer.

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