Ganztag im gelb-grauen Container
Bild: Aundrup
Ein gelb-grauer Container für die Gelbe Schule: Andreas Harneke von der Stadtverwaltung schafft mit dem Container mehr Platz für den Ganztag und die Randstunde der Löwenzahnschule.
Bild: Aundrup

 Der 2000 Euro teure blaue Lagercontainer wird neben das Schulgebäude gehievt. Sven Erlemann und sein Kollege Frank Neugebauer von der Telgter Firma Bolle Mobile Raumsysteme regeln das. „Passt alles?“, fragt Erlemann Andreas Harneke, der im Rathaus für Hochbauprojekte und den Denkmalschutz zuständig ist. Harneke nickt: „Passt!“. Auf der anderen Seite des Schulhofs am Berliner Ring ist bereits ein 6,5 mal 7 Meter großer, gelb-grauer Container, für den die Stadt 15 000 Euro auf den Tisch gelegt hat, am Ende der Laufbahn platziert. „Ein guter Standort. Da kein Fundament geschaffen werden musste, kann der Container dort so schnell wieder verschwinden, wie er gekommen ist“, sagt Andreas Harneke. Während der Haushaltsberatungen Anfang des Jahres wurde der Ernst der Lage in der Löwenzahnschule, die wegen ihrer gelben Fenster nur die Gelbe Schule genannt wird, deutlich: Im Bereich des Offenen Ganztags gibt es 50 Plätze – aber 70 Anmeldungen. Ebenfalls zu wenig Raum steht für die 33 Mädchen und Jungen in der Randstunde zur Verfügung. „Eigentlich ist die Schule zweizügig, derzeit haben wir dort aber auch zwei Jahrgänge mit drei Klassen. Und da immer mehr Kinder zum Ganztag beziehungsweise zur Randstunde angemeldet werden, haben wir ein organisatorisches Problem – es fehlt an Differenzierungsräumen.“ So bringt Andreas Harneke die Situation auf den Punkt, die nun entschärft wird. „Laut Prognose soll die Grundschule in zwei Jahren wieder zweizügig sein. Dann brauchen wir den großen Container wahrscheinlich nicht mehr“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Ein Anbau an der Grundschule am Berliner Ring sei schwierig zu realisieren. „Es fehlt an diesem Standort einfach an Fläche. Es ist nicht einfach, diese Schule zu erweitern“, so Harneke. Bei dem grau-gelben Container handelt es sich um ein „gebrauchtes Exemplar in einem Top-Zustand“ (O-Ton Harneke). „Die Miete wäre fast so hoch gewesen wie der Ankauf. Und den Container können wir nach den zwei Jahren auch für andere Zwecke nutzen“, so der Verwaltungsmitarbeiter, der auf seine Heimatstadt Verl verwies: „Als das Gymnasium umgebaut wurde, wurden dort auch Container aufgestellt. Meine Tochter hat dort noch Abiturklausuren geschrieben. Heute werden die Container an der Bleichestraße in Verl für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.“

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