Giftstoff PCB im Freibad nachgewiesen
Archivbild: Aundrup
Der Giftstoff PCB wurde in den Becken nachgewiesen - wenn auch offenbar in einer geringen Menge.

„Bevor das Freibad Harsewinkel geöffnet wird, muss das Ergebnis der Beprobung abgewartet werden“, machte die Bürgermeisterin deutlich.

Archivbild: Aundrup

Wenn auch offenbar in einer geringen Menge. „Ein von der Verwaltung beauftragtes Labor hat im Zuge der obligatorischen Schadstoffsondierung vor dem Abbruch und dem Rückbau zur Sanierung des Freibads in den unteren Farbschichten der Becken PCB festgestellt“, so die Bürgermeisterin.

PCB bis in die 80er-Jahre als Weichmacher  in Farben und Lacken eingesetzt

PCB, polychlorierte Biphenyle, seien bis in die 80er-Jahre als Weichmacher unter anderem in Farben und Lacken eingesetzt worden. Anlass für die Untersuchung der Freibadbecken war, dass die Oberfinanzdirektion als Fördermittelgeber vor Beginn der Bauarbeiten zur geförderten Sanierung des Freibads die übliche Schadstoffprüfung verlangte, heißt es aus dem Rathaus.

Wischproben bringen Klarheit

Dabei sei festgestellt worden, dass PCB in den unteren Farbschichten der Becken enthalten sei. Daraufhin beauftragte die Stadt das Umwelt-Analyse-Institut mit einer Untersuchung, ob auch in der obersten Deckschicht der Farbe PCB festzustellen ist und ob diese eine Gefahr im laufenden Freibadbetrieb darstellt. „Obwohl seit Beginn der 80er-Jahre beim jährlichen Anstrich keine PCB-haltige Farbe mehr aufgetragen wurde, kam das Institut aufgrund von Wischproben zu dem Ergebnis, dass PCB auch in der obersten Deckschicht nachweisbar ist. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Aufnahme des Badebetriebs könne deshalb nur für das Schwimmerbecken erteilt werden“, teilte die Bürgermeisterin mit. Nicht aber fürs Rutschebecken.

Zweite Untersuchung

Vor diesem Hintergrund beauftragte die Verwaltung eine zweite Untersuchung durch ein anderes Institut. Endgültige Ergebnisse dieser Beprobung liegen noch nicht vor. „Des Weiteren haben wir das Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh eingeschaltet und gefragt, ob wir das Freibad öffnen dürfen und ob wir in der Vergangenheit zur jährlichen Beprobung auf PCB verpflichtet gewesen wären. Das Gesundheitsamt stellte fest, dass es keine Pflicht und keinen Anlass für eine Probenentnahme in der Vergangenheit gegeben hat.“

Kreis rät, Öffnung des Freibads zu verschieben

Gleichwohl rät die Abteilung Gesundheit des Kreises aufgrund des PCB-Nachweises aus Gründen der Gesundheitsvorsorge, die Öffnung des Freibads Harsewinkel zu verschieben, bis eine entsprechende Beurteilung durch Experten vorliegt. Eine eigene Beurteilung kann das Gesundheitsamt wegen fehlender humantoxikologischer Expertise nicht vornehmen. Deshalb hat das Gesundheitsamt Experten des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn und des Hygieneinstituts im Ruhrgebiet angefragt. „Bevor das Freibad Harsewinkel geöffnet wird, muss das Ergebnis abgewartet werden“, machte die Bürgermeisterin deutlich.

Weitere Hintergründe zum PCB-Nachweis und zum Stand der Dinge der Freibad-Sanierung lesen Sie in der Freitagsausgabe der „Glocke“.

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