Greffen: 68 Kinder in Quarantäne
Foto: Aundrup
Alle 68 Kinder der Kita St. Johannes sowie 7 Erzieherinnen befinden sich in Quarantäne. Die Einrichtung ist aber nicht geschlossen.
Foto: Aundrup

 „Es wird aber schon wild darüber spekuliert“, sagt die  Verbundleiterin aller katholischen Kitas in Harsewinkel, Anja Andresen. Einige Autos standen am Dienstagvormittag trotzdem auf dem Parkplatz vor der Kita. 

Zwölf Mitarbeiterinnen arbeiten weiterhin

Und das hat einen Grund: Geschlossen sei der Greffener Kindergarten am Bernhard-Claves-Weg 2 nicht, betont Anja Andresen. Die zwölf Mitarbeiterinnen, die nachweislich keinen Kontakt zu der infizierten Person gehabt hätten, seien weiterhin in der Einrichtung tätig. „Sie desinfizieren die Räume, schreiben Berichte und sind mit anderen Aufgaben beschäftigt“, stellt die Verbundleiterin klar.

Am Mittwoch wird getestet

Am heutigen Mittwoch wird in der Kita St. Johannes eine Teststation aufgebaut. Die mobilen Einsatzteams des Kreises Gütersloh werden Abstriche bei den Kindern und Erzieherinnen nehmen, um abzuklären, ob sie sich auch mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Stäbchen werden dann eingetütet und im Labor untersucht. „Wir haben die Termine im Drei-Minuten-Takt vergeben und auch klar geregelt, wie es in die Kita herein- und wieder herausgeht. Wir richten ein Einbahnstraßensystem ein“, erklärt Anja Andresen. 

In jeder Kita gibt es einen Notfall-Umschlag

Schon im Vorfeld wurde in der Leiterrunde der katholischen Kindergärten darüber gesprochen, wie man vorgeht, wenn es einen Corona-Fall in einer der Einrichtungen gibt. „Wir waren also vorbereitet. In jeder Kita gibt es einen Notfall-Umschlag, in dem steht, wie der Ablauf ist. Nicht vorbereitet waren wir auf den Fall, dass das Ganze am Wochenende passiert“, so Anja Andresen. Am vergangenen Wochenende wurde der Covid-19-Fall bestätigt. Sofort wurde das in dem Greffener Kindergarten gemeldet. Die Einrichtungsleiterin Dorothee Glatzel und Anja Andresen informierten daraufhin umgehend das Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh. Die beiden Pädagoginnen mussten Kontaktlisten an den Kreis weiterleiten und mitteilen, wer mit wem Kontakt hatte. 

Nachverfolgung keine einfache Aufgabe

Diese Nachverfolgung war keine ganz einfache Aufgabe. Gerade bei den Kindern sei es schwierig zu sagen, wer jetzt mit wem gespielt oder gesprochen habe, so die Verbundleiterin. Anja Andresen macht auch deutlich, dass man bei den zwölf Erzieherinnen, die sich nicht in Quarantäne befänden, ausschließen könne, dass sie Kontakt zu der infizierten Person gehabt hätten. Und deshalb hätten diese zwölf Mitarbeiterinnen auch nicht in Quarantäne gemusst.

Bis zum 16. Oktober in Quarantäne

Dass alle 68 Kinder jetzt erst einmal bis Freitag, 16. Oktober, in Quarantäne bleiben müssen, stellt viele der betroffenen Familien vor Herausforderungen. Schließlich müssen sie nun die Betreuung ihrer Kinder in den nächsten Tagen koordinieren. „Nach den Maßgaben des Landes blieb uns leider keine andere Wahl, als diese Maßnahme so zu treffen“, sagt die Verbundleiterin der katholischen Kindergärten, Anja Andresen. 

Besondere Belastung für Eltern

Ihr sei aber durchaus bewusst, dass diese Entscheidung eine besondere Belastung für die betroffenen Eltern darstelle. Die Eltern wurden per E-Mail über den Corona-Fall in der Kita sowie über die teilweise Schließung der Einrichtung informiert. Auch diese Adressen befinden sich seit Beginn der Pandemie in den Notfall-Unterlagen der Kindergärten. Außerdem hätten die Mitglieder des Elternrats über Chatgruppen auf den Corona-Fall hingewiesen. Die Meldekette habe funktioniert, so Anja Andresen, die auch deutlich macht, dass sich alle Einrichtungen in katholischer Trägerschaft an die strengen Hygienevorschriften hielten.

SOCIAL BOOKMARKS