Größte Rinder der Welt in Harsewinkel
Bild: Mense
Eine friedfertige und sensible Rasse: Chianina-Bulle Ferdi und seine Mutter Falabella mit Landwirt Bernhold Specht.
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Seit März steht eine Kuh mit ihrem Kalb auf dem Hof an der Oesterweger Straße. Aus dem niedlichen, zunächst goldgelben Kalb ist ein stattlicher Jungbulle geworden, der inzwischen fast genauso groß wie seine Mutter ist. Den Sommer haben die vierjährige Falabella und ihr inzwischen eineinhalbjähriger Sohn Ferdi auf einer großen Weide in der Rhedaer Mark verbracht. In den nächsten Tagen kehren sie aber auf den Hof zurück. Denn Falabella erwartet im Februar ihr nächstes Kalb. „Wir hoffen auf ein Kuhkalb“, sind sich Vater Bernhold und Sohn Cedric einig.

Der Zehnjährige, der seit dem Sommer das Harsewinkeler Gymnasium besucht, gehört ebenfalls zu den Rinderfans und fährt oft mit seinem Vater zur Weide, um nach den Tieren zu schauen. Am Dienstag waren beide Spechts mit großen Futtereimern unterwegs, die sofort die erwartete Wirkung erzeugten. Falabella und Ferdi kamen im Laufschritt zum Tor und fraßen mit großem Genuss die Eimer leer. „Die sind absolut friedfertig“, sagt Bernhold Specht. Er freut sich, wie gut sich die Vertreter der größten Rinderrasse der Welt bei ihm eingelebt haben.

Älteste Rinderrasse Italiens

Die porzellanweißen Chianinas sind die älteste Rinderrasse Italiens und seit 22 Jahrhunderten nachgewiesen. Früher wurden sie auch als Zugtiere genutzt, was ihren großen Rahmen erklärt. Die Bullen werden im Schnitt 1,80 Meter groß und erreichen ein Gewicht von 1500 Kilogramm. Die Kühe erreichen bis zu 1,60 Meter und bringen rund 800 Kilogramm Gewicht auf die Waage.

Falabella ist ein besonders stattliches Exemplar. Sie ist größer als der Schnitt und wog gut 1000 Kilo, als sie aus Wettringen nach Harsewinkel kam. „Ich habe sie über einen Tierarzt erhalten, der in Italien studiert hat und sich von dort eine Kuh mitgebracht hat. Inzwischen kann er auch weibliche Nachzucht verkaufen“, erzählt Specht. Allerdings gibt es nur vier Züchter der Fleischrindrasse in Deutschland, deren Tiere allesamt miteinander verwandt sind. Falabella ist jetzt von einem Bullen tragend, der in Italien lebt und fremdes Blut mitbringt.

Fleisch bei Gourmet geschätzt

In Italien gibt es 805 Züchter, die es auf insgesamt 31.000 kontrollierte Chianinas bringen. Die Tiere leben vor allem in der Toskana und in Umbrien und sind durch ihre außergewöhnliche Fleischqualität bei Gourmets auf der ganzen Welt geschätzt. Das weltberühmte „Bistecca alla fiorentina“ ist original nur mit Chianina-Steaks zu braten.

Falabella und Ferdi müssen sich nicht vor dem Schlachter fürchten. Sie soll noch möglichst viele Kälber gebären. Der mit vollen Papiere ausgestattete Ferdi soll eine Karriere als Zuchtbulle starten.

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