Grumbach baut auf Innovationen
Bild: Aundrup
Die Betonpfeiler der neuen, rund 2100 Quadratmeter großen Halle auf dem Grumbach-Firmengelände stehen schon. In der Halle wird eine neue Sortieranlage für Gewerbeabfälle aufgebaut. Darüber berichten Geschäftsführer und Gesellschafter Andreas Grumbach, Prokuristin Elke Grumbach und Geschäftsführer Torsten Kröner-Jussack.
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Und zwar mit dem Bau einer neuen Sortieranlage für Gewerbeabfälle und einer neuen, 2100 Quadratmeter großen Halle. 3,5 Millionen Euro werden im Jubiläumsjahr investiert.

Alles fängt 1969 an

Der Geschäftsführer und Gesellschafter Andreas Grumbach, seine Frau Elke Grumbach, die als Prokuristin im Unternehmen tätig ist, und Geschäftsführer Torsten Kröner-Jussack blättern zum 50. Geburtstag gemeinsam mit der „Glocke“ in der Familienchronik: Alles fing 1969 mit der Altpapiersammlung und -verwertung an. Andreas Grumbachs Großeltern Heinz und Elfriede gründeten den Betrieb in einer kleinen Scheune in Harsewinkel. 1974 folgte der Umzug in eine größere Scheune in Marienfeld und 1977 an den heutigen Standort an der Straße In der Heide in Greffen. „Jetzt brauchen wir endlich niemals mehr über Platz nachdenken“, sagte Heinz Grumbach seinerzeit zu seinem Sohn Udo Grumbach, der mit seinen fortschrittlichen Ideen und Entwicklungen das Greffener Recyclingunternehmen nachhaltig geprägt hat. „Dieser Satz meines Großvaters hatte sich aber schnell überholt. Schon Ende der 80er-Jahre wurde das nächste Grundstück gekauft“, erzählt Andreas Grumbach und lacht.

„Nachhaltigkeit ist Bestandteil unseres Unternehmensauftrags“

Anfang der 80er-Jahre sei auch der Umweltgedanke durch die Bewegung der Grünen immer stärker ins Bewusstsein gerückt. Das war ganz nach dem Geschmack der Grumbachs. „Nachhaltigkeit ist Bestandteil unseres Unternehmensauftrags und bedeutet für uns, im Sinne zukünftiger Generationen verantwortungsvoll zu handeln“, macht Andreas Grumbach die Unternehmensphilosophie deutlich. Und so werde fast alles wiederverwertet, was Menschen benutzen: Altpapier, Kunststoff, Bauschutt, Holz, Elektronik-Schrott sowie Grün- und Restabfälle. Ein Beispiel: Die Zeitungen und Zeitschriften – das grafische weiße Papier – wird wieder zu Zeitungen und Zeitschriften; aus Kartons – dem grauen und braunen Papier – werden wieder Kartons.

Udo Grumbach entwickelt den Paper-Spike

Und wie wird das weiße von dem braunen Papier getrennt? Das funktioniert mit dem von Udo Grumbach entwickelten Paper-Spike – einem von einigen Grumbach-Patenten. Immer noch macht das Papier 50 Prozent des Recyclingmaterials bei Grumbach aus: 38 000 Tonnen werden im Jahr verarbeitet, das sind 1520 Lastwagenladungen. Die restlichen Abfälle sind Folien, Kunststoffe, Gewerbeabfälle und andere Stoffe. Hinzu kommt das kommunale Sammelgeschäft mit Bioabfällen und Gelben Säcken/Tonnen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf. „Wir sind für unsere Kunden ein Komplettentsorger“, sagt Torsten Kröner-Jussack.

Neue Halle und Sortieranlage für Gewerbeabfälle

Das Unternehmen Grumbach reagiert flexibel auf neue Abfallgesetze und Veränderungen wie die Einführung des Dualen Systems oder die Technische Anleitung zur Verwertung, Behandlung und sonstigen Entsorgung von Siedlungsabfällen, kurz Tasi. 2017 gab es eine neue Gewerbeabfallverordnung, wonach der Restmüll des Gewerbeabfalls vorbehandelt, getrennt und verstärkt recycelt werden muss. Rohstoffe wie Holz, Metall, Kunststoffe, Papier und mineralische Baustoffe sollen sortiert und wiederverwendet werden. Das Greffener Unternehmen hat schnell reagiert und baut jetzt eine neue Halle und Sortieranlage für Gewerbeabfälle für 3,5 Millionen Euro.

Schon Anfragen aus Bayern

Und wieder nimmt Grumbach eine Vorreiterrolle ein. „Solch eine Sortieranlage mit Kameraerkennung und mehr gibt es in der Region noch nicht. Wir haben jetzt sogar schon Anfragen aus Bayern bekommen“, sagt Torsten Kröner-Jussack. Die Anlage wird am 1. Oktober in Betrieb genommen. Das Konzept dafür hat Grumbach selbst entwickelt. Keine Frage: Innovationen – das ist eine Stärke des Familienunternehmens.

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