Grundschule muss 15 Kinder ablehnen
Bild: Aundrup
Beliebt: In der Kardinal-von-Galen-Grundschule am Pfingstknapp wurden mehr i-Männchen zum nächsten Schuljahr angemeldet, als aufgenommen werden können. 15 Kinder mussten abgelehnt werden. Das sorgt für Unmut bei den betroffenen Eltern. Silvia Lobert von der Stadtverwaltung stellte in der Ratssitzung klar, dass alle Kinder versorgt werden können, nur eben an anderen Schulen.
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 Darauf wies die Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, Silvia Lobert, am Donnerstagabend in der Ratssitzung hin. Und sie stellte klar, dass alle Kinder versorgt werden können, nur eben an anderen Schulen.

Zwei andere Schulen können i-Männchen aufnehmen

Vom 11. bis 15. November konnten die Kinder an den fünf Grundschulen angemeldet werden. Schnell kristallisierte sich laut Lobert heraus, dass es an der Kardinal-von-Galen-Schule einen Engpass gibt. Bereits am 21. November habe es ein Gespräch zwischen der Stadt und allen Schulleitern gegeben. Dabei wurde deutlich: Die Astrid-Lindgren-Schule in Harsewinkel und die Marienschule in Marienfeld können weitere Schulanfänger aufnehmen.

Einige Kinder freiwillig umgemeldet

Die Eltern, die ihre Kinder an der Kardinal-von-Galen-Schule angemeldet hatten, wurden am 26. November darauf hingewiesen, dass es noch freie Kapazitäten an den beiden anderen Grundschulen gebe. Und es gab einige, die ihre Kinder freiwillig umgemeldet haben. Aber: An 15 Eltern musste am 19. Dezember ein Ablehnungsschreiben verschickt werden. „Das Verfahren läuft noch. Die Widerspruchsfrist für die Eltern der betroffenen Kinder endet am 17. Januar“, so die Fachbereichsleiterin.

„Das ist für die Familien extrem bedauerlich“

Und weiter: „Das ist für die Familien extrem bedauerlich, aber so ist nun einmal das Schulgesetz.“ Außerdem wies Silvia Lobert  darauf hin, dass die Astrid-Lindgren-Schule nicht weit von der Kardinal-von-Galen-Schule entfernt liege. Tatsächlich sind es 850 Meter.

Wurden die  15 betroffenen Schüler ausgelost? Nein! 

CDU-Fraktionssprecherin Dr. Angelika Wensing hakte nach, ob die 15 betroffenen Schüler ausgelost worden seien? Das war nicht der Fall, stellte Silvia Lobert klar. Zum einen sei danach geschaut worden, ob die angemeldeten Kinder katholisch seien. Schließlich handelt es sich um eine katholische Grundschule.

Auch die Härtefälle seien geprüft worden. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf wurden angenommen. Denn: In der Grundschule am Pfingstknapp wird gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Unterstützungsbedarf großgeschrieben. Auch wurde abgeklopft, ob schon Geschwister angemeldet sind.

„Aus meiner Sicht passt das nicht in die heutige Welt“

Reinhard Hemkemeyer, SPD-Fraktionssprecher, hat mit einigen Eltern gesprochen, die ein Ablehnungsschreiben erhalten haben. Er schilderte einen Fall: „Der Vater evangelisch, die Mutter katholisch, das Kind evangelisch – es wurde abgelehnt, obwohl alle anderen Kinder aus der Kita-Gruppe demnächst die Kardinal-von-Galen-Schule besuchen dürfen.“ Hemkemeyer: „Man sollte sich fragen, ob im Jahr 2020 eine katholische Bekenntnisschule noch das A und O ist. Aus meiner Sicht passt das nicht in die heutige Welt.“

Auch Greffener Grundschule ist Thema

Heinz Bünnigmann (CDU) fragte nach der Greffener St.-Johannes-Schule. „Zum nächsten Schuljahr ist dort eine Klasse voll. 24 Schüler wurden dort angemeldet“, so Silvia Lobert. Reinhard Hemkemeyer warf ein, dass man dort perspektivisch wieder über eine Zweizügigkeit diskutieren müsse – also zwei Schuleingangsklassen. „Das wäre ein Traum“, so Bünnigmann.

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