Harsewinkel: Landwirt will Bienen retten
Bild: Aundrup
Mit dem Spaten auf dem 30 000 Quadratmeter großen Maisacker, der in eine Wildblumenwiese umgestaltet werden soll: Helmut und Anja Westmattelmann suchen für die Crowdfunding-Aktion noch Spender. Für jeden gezahlten Euro wird jeweils eine Fläche von einem Quadratmeter mit einer Wildblumenmischung eingesät. Ein einfaches Beispiel: Wenn Westmattelmann 100 Spender finden sollte, die jeweils einen Euro zur Verfügung stellen, sät er 100 Quadratmeter des Feldes mit einer Wildblumensamenmischung ein. Der Rest bleibt dann Maisfeld.
Bild: Aundrup

Und zwar über ein Crowdfunding-Projekt (Gruppen-Finanzierung). Das ist geplant: Für jede Spende von einem Euro soll ein Quadratmeter Wildblumenwiese eingesät werden.

Jetzt kann es losgehen

Helmut Westmattelmann und seine Frau Anja (50) stehen am Mittwoch mit einem Spaten auf dem großen Feld neben dem Wohnhaus, auf dem das Paar bisher Mais angebaut hat. „Jetzt kann es losgehen“, sagt der Harsewinkeler. Allerdings nur mit dem Sammeln von Spenden. Denn: Eingesät wird erst Ende April, so der Landwirt im Gespräch mit der „Glocke“.

„Ich wollte nur früh genug an die Öffentlichkeit gehen, damit sich die Leute in Ruhe überlegen können, ob sie sich beteiligen wollen. Schließlich muss ich spätestens im Februar das Saatgut bestellen“, so Westmattelmann.

Spexarder  ist Ideengeber

Auf die Idee hat ihn der Spexarder Landwirt Heinrich Wulfhorst gebracht, der die Aktion gemeinsam mit seinem Sohn Heiner bereits mit großem Erfolg in die Tat umgesetzt hat. „Auch in Bayern gibt es positive Beispiele“, sagt der Harsewinkeler, der sich intensiv informiert hat, wie ein solches Projekt gestemmt werden kann.

Mit Experten abgestimmt

Auch in Sachen Wildblumenmischung hat er sich schon mit Experten abgestimmt – schließlich gilt es, die richtige Saatmischung für den Boden zu finden. Und dann muss der Acker vernünftig vorbereitet werden, bevor die Aussaat in den Boden kommt.

Ein einfaches Beispiel

Ein einfaches Beispiel: Wenn Westmattelmann 100 Spender finden sollte, die jeweils einen Euro zur Verfügung stellen, sät er 100 Quadratmeter des Feldes mit einer Wildblumensamenmischung ein. Der Rest bleibt Maisfeld. Umso mehr spenden, desto größer wird das Blumenfeld und umso kleiner wird der Bereich für den Mais. Das kann Helmut Westmattelmann ganz flexibel halten. Schließlich wird der Mais normalerweise zeitgleich mit der Blumenwiese gelegt, nämlich Ende April.

Ernteverlust wird ausgeglichen

Von dem Geld werden die Arbeit und das Saatgut bezahlt. Außerdem wird damit der Ernteverlust ausgeglichen. Der Landwirt selbst möchte sich an der Aktion nicht bereichern, sondern etwas für die Umwelt tun. „Und den Bürgern möchte ich die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden und nicht nur über den Naturschutz zu reden – und sei es nur mit einer Spende von einem Euro“, sagt der 53-Jährige, der auch noch weitere Flächen in petto hat, sollte die Aktion so gut laufen wie in Gütersloh. 155.000 Quadratmeter gehören zu der mehr als 300 Jahre alten Hofstelle.

Alles ist transparent

Um alles transparent zu halten, hat Helmut Westmattelmann ein Extra-Konto bei der Volksbank für diese Aktion eröffnet. „Anders geht es nicht. Ich möchte mir nicht nachsagen lassen, dass ich mir damit die Taschen voll machen will“, so der Nebenerwerbslandwirt, der auch bei Mohn-Media (Bertelsmann) in Gütersloh tätig ist.

Spendenquittungen werden ausgestellt

 „Spendenquittungen können ebenfalls ausgestellt werden“, macht der Harsewinkeler deutlich. Bei dem Einsatz ab einem Euro könne jeder Bürger mitmachen, der Interesse habe. „Solch ein Betrag tut nicht weh“, findet Anja Westmattelmann.

Für alle, die sich an der Crowdfunding-Aktion beteiligen, wollen Anja und Helmut Westmattelmann im August ein Sommerfest auf die Beine stellen. „Dann steht das Feld in voller Blüte“, so der Landwirt. Helmut und Anja Westmattelmann tun bereits etwas für den Umweltschutz. Sie haben unter anderem Uferrandstreifen angelegt. Doch das reicht den Harsewinkelern nicht mehr. Sie wollen auch für ihre drei Kinder (11, 15 und 18 Jahre alt) ein Zeichen setzen.

Die Kontaktdaten des Landwirts

Wer mehr über die Crowdfunding-Aktion erfahren möchte, kann sich direkt an den Harsewinkeler Landwirt Helmut Westmattelmann, der seine Hofstelle an der Kölkebecker Straße 24 betreibt, wenden. Er ist unter Telefon 05247/2164 zu erreichen.

Einen Hintergrund zum Crowdfunding lesen Sie in der Freitagsausgabe der „Glocke“.

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