Harsewinkel-Schild in Kanada entdeckt
André Lanwehr im Sign-Post-Forest - er zeigt auf das Harsewinkeler Ortsschild, das Familie Dammann dort 2005 angebracht hat.

 Sieben Wochen lang sitzt er bereits im Sattel. Was der Greffener in dieser Zeit erlebt hat, erzählt er in seinem ersten Bericht aus Amerika. Ich bin heute den 45. Tag auf meiner Reise – davon 32 Tage auf dem Rad mit insgesamt 3339 Kilometern. Es hat mir bis heute wirklich alles sehr sehr gut gefallen. Ich habe jeden Tag etwas Neues entdeckt. Jeder Tag war irgendwie anders. In der Zwischenzeit weiß ich auch gar nicht mehr so genau, welcher Wochentag überhaupt ist. Auch meine Uhr ist zur Nebensache geworden. Ich stehe morgens zwischen 7 und 9 Uhr auf, dann mache ich mir Frühstück, packe meine Sachen und radel los. Gestartet bin ich am 1. Juli in Anchorage (Alaska).

Eine der schönsten Strecken

Von dort ging es hoch in den Denali Nationalpark. Bei bestem Wetter hatte ich zwei Tage volle Sicht auf den Mount McKinley, den höchsten Berg Nordamerikas – ein absoluter Höhepunkt. Aber auch sonst war der Weg in den Denali Nationalpark bis heute eine der schönsten Strecken auf der Radreise. Nach meinem Besuch im Park habe ich mir noch einen Rundflug um diesen Berg gegönnt. Von dort aus ging es nach Paxon. Dort ist dann mein Frontgepäckträger gebrochen. Aber ich hatte Glück im Unglück, an einer Lodge in der Mitte des Highways gab es eine unordentliche Garage mit einigem Werkzeug. Der nächste Fahrradladen war etwa 500 Kilometer entfernt. Weiter ging es nach Delta Junction, dem Endpunkt des Alaska-Highways. Das war zugleich mein nördlichster Punkt. Dort habe ich einen mexikanischen Radler getroffen, der wie ich in einem Jahr nach Südamerika runter möchte. Wir sind dann ein paar Tag zusammen gefahren bis nach Whitehorse. Und die wunderschöne Landschaft entschädigt für alles – Alaska ist einen Besuch wert, auch wenn Milliarden von Mücken in den ersten Tagen doch etwas genervt haben. Die Einreise in Kanada verlief ohne Probleme. In Whitehorse habe ich eine Radpause eingelegt und bin drei Tage lang über den Yukon-River mit einem Kanu gepaddelt.

Mehr als 70 000 Schilder

Von dort führte meine Reise über den Alcan nach Watson Lake. Dort habe ich dann den Sign-Post-Forest besucht. Seit 1940 werden dort Schilder aus aller Welt gesammelt – mittlerweile sind es weit mehr als 70 000. Und gerade dort kamen heimatliche Gefühle auf: Denn ich habe dort ein Ortsschild aus Harsewinkel gefunden. Wer das da wohl wann hingehängt hat? 

Familie Dammann war`s

Die Antwort kam am Freitag prompt:  Die Familie Dammann aus Harsewinkel war’s, wie sie der „Glocke“ mitteilte. Martin, Karin, Jonas und Carolin Dammann haben das Schild am 22. Juli 2005 im Sign-Post-Forest angebracht. Die Familie war mit dem Wohnmobil in Amerika unterwegs und machte in dem Schilderpfosten-Wald einen Zwischenstopp mit bleibender Erinnerung. Die Dammanns hatten das Schild im Flugzeug in die USA transportiert.

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