Heidehof steht für 350.000 Euro zum Verkauf
Bild: Darhoven
Schotten dicht: Im Heidehof am Heerdamm kann nicht mehr gespeist und getrunken werden. Die Familie Edwards, Besitzer seit 2014, will sich auf ihr Hauptstandbein Catering konzentrieren und zurück nach Düren gehen.
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„Es liegt nicht grundsätzlich am Heidehof, dass wir uns aus Harsewinkel zurückziehen, sondern an unserer Geschäftsausrichtung“, sagt Gino Edwards (58), als „Die Glocke“ ihn anruft. Auf die Zeit in Harsewinkel blickt der Dürener mit gemischten Gefühlen zurück.

Das Hauptgeschäft der Familie ist seit Jahren ein Cateringbetrieb. Die Edwards beliefern Großkunden wie den Circus Roncalli in Oldenburg und diverse Reiterbetriebe, vor allem im Rheinland und rund um den alten und neuen Lebensmittelpunkt der Familie in Düren, wie Gino Edwards erzählt. Grund für die Entscheidung, im Jahr 2014 den Heidehof zu kaufen, sei eine Vereinbarung mit der Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf über das Catering von 30 Veranstaltungen pro Jahr gewesen. „Das haben wir anfangs aus dem Kölner Raum gemacht – das war sehr umständlich und kostenintensiv“, erzählt Gino Edwards.

Bei der Eröffnung des Heidehofs unter ihrer Regie im Mai 2014: (v. l.) Gino und Malika Edwards mit Sohn Steve.
Als die Familie einen Käufer für ihre Immobilie im Rheinland hatte, ging sie im Raum Warendorf auf die Suche und stieß auf den von der Vorbesitzerfamilie Alsmann zum Verkauf inserierten Heidehof. „Ein prima Standort für unseren Cateringbetrieb“, so Edwards. „Anfangs ist alles wunderbar gelaufen.“

Den Heidehof nebenbei zu machen, „das geht nicht“

Doch dann hätten Zuständigkeitsveränderungen bei der FN in Warendorf dazu geführt, dass der Großauftrag anderweitig vergeben worden sei und die Familie den Großkunden verloren habe. Daraufhin sei man wieder stärker im Kölner Raum aktiv geworden und habe neue Kunden gewonnen. „Von Harsewinkel sind wir dann immer 250 Kilometer fürs Catering gefahren. Das ging jetzt einfach nicht mehr“, sagt Gino Edwards. „Wir können nicht beides machen. Der Heidehof nebenbei – das funktioniert nicht. Und der Cateringbereich ist für uns wirtschaftlich wichtiger als der Gasthof.“ Zudem habe die Familie ihren Lebensmittelpunkt in Düren.

Pech mit dem Wetter

Grundsätzlich sei der Heidehof eine attraktive Restauration, sagt Noch-Besitzer Gino Edwards. Der Biergarten sei toll. „Aber der funktioniert nur bei gutem Wetter. Und wir hatten seit 2014 jeden Sommer wochenlang Pech mit dem Wetter an den Wochenenden“, sagt der 58-Jährige – Hauptgrund für sein Resümee: „Mit dem Heidehof haben wir viel Pech gehabt.“

Zwar sei der Restaurantbetrieb nahezu täglich geöffnet gewesen, es hätten Familienfeiern stattgefunden, und das Frühstücksbüfett sei sehr gut angekommen, so Gino Edwards. „Aber in der Summe war das zu wenig.“ Das Umfeld sei „freundschaftlich und neugierig“ gewesen, sagt er. „Aber wir sind es gewohnt, in Menschenmassen zu sein. Da war uns der Heidehof zu ruhig.“

Käufer kann Gasthof sofort übernehmen

Der Heidehof am Heerdamm, 1940 erbaut und rund ein halbes Jahrhundert lang von der Familie Althoff geführt, steht nun für 350000 Euro im Portal Immobilienscout 24 zum Verkauf. 1000 Quadratmeter Nutzfläche, 130 Quadratmeter Wohnfläche, 20 Zimmer, 3900 Quadratmeter Grundstück. Bezugsfrei ab sofort.

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