Jochen Belz 50 Jahre beherzt am Ball
Bild: Poetter
Selbst ist der Vorsitzende: Jochen Belz befestigt den Namen eines Spenders am Gebälk des Farmhouse Jazzclubs, den er seit nunmehr 50 Jahren leitet.
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Es ging darum, gemeinsam zu musizieren, Jazz auf Schallplatten zu hören und gelegentlich Bands aus der näheren Umgebung einzuladen. Heute ist das idyllisch gelegene Domizil des Vereins an der Grenze zwischen Harsewinkel und Versmold Treffpunkt für Jazz-freunde aus der ganzen Region und darüber hinaus. Jazz-Musi-ker aus mehr als 25 Nationen haben auf der Bühne gestanden. Viele Bands bewerben sich, um im Jazzkotten spielen zu dürfen. Eine Erfolgsgeschichte.

Jochen Belz darf nicht nur zufrieden zurückschauen. Auch der Blick des Präsidenten in die Zukunft ist optimistisch. „Es ist positiv, dass zu den Konzerten immer häufiger auch junge Leute kommen. 18- bis 20-Jährige, die von der Atmosphäre angetan sind“, hat der Clubpräsident beobachtet. Dass mittlerweile auch im Vorstand die junge Generation vertreten ist, versteht sich da von selbst. „Den jungen Leuten – viele von ihnen sind tolle Musiker – macht es Spaß, hier zu sein.“

 Die Frage, ob das Jubiläum als Vorsitzender Anlass sein könnte, ans Aufhören zu denken, scheint für Belz derzeit eher hypothetischer Natur zu sein. „Der Club liegt mir so am Herzen, dass es mir schwerfällt, mich auszuklinken“, sinniert er. Zu sagen „nach mir die Sintflut“, sei nicht sein Ding.

Mehrere Optionen geistern im Kopf des knapp 77-Jährigen herum. Als Präsident aufzuhören und in der zweiten Reihe weiter aktiv zu sein. Oder erst in drei Jahren aufzuhören, um in der Zwischenzeit nach einem Nachfolger Ausschau zu halten, der es will und kann. „Die jungen Leute haben heute nicht mehr so viel Freizeit, sind beruflich oft extrem gefordert“, weiß Belz, dass sich die Situation für Ehrenamtliche heute anders darstellt als vor 50 Jahren. „Im Übrigen kommt es auch auf meine Gesundheit an“, sagt er und steigt auf eine Leiter, um das Namensschild eines Spenders schnell noch mit einem ge-zielten Hammerschlag an einem Balken zu befestigen. Es sind eben die vielen Kleinigkeiten, die bedacht und getan werden müssen.

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