Kes feiert 150-jähriges Bestehen
150 Jahre Kameradschaft ehemaliger Soldaten Harsewinkel – das war für (v. l.) den Ehrenpräsidenten Arnold Czech, die stellvertretende Bürgermeisterin Pamela Westmeyer, den Kes-Präsidenten Helmut Bußmann sowie für die 140 geladenen Gäste ein Grund zum Feiern. Der Festakt fand in der Mehrzweckhalle statt.

1867 gegründet und 1957 wiederbelebt, trifft bei dem Harsewinkeler Verein vor allem „Tradition auf sportlichen Erfolg“, wie es im neuen Faltblatt unter anderem heißt. Und das stellte die Kameradschaft auch während der Feierlichkeiten unter Beweis. An diesem Abend stand denn unter anderem auch die Geschichte des traditionsreichen Vereins im Vordergrund. Die hätte vor allem Stadtarchivar Eckhard Möller als vorgesehener Festredner beleuchten sollen. Da der Historiker jedoch erkrankt war, sprang relativ kurzfristig Ehrenpräsident Arnold Czech ein, um einen Blick zurückzuwerfen. Der Präsident von 1987 bis 2001 versuchte, ohne Manuskript die „Geschichte des Vereins zu erklären, wie ich sie verstanden habe“. 1945 habe es in Deutschland vielerorts so ausgesehen wie heute in Syrien, so Czech in seiner Ansprache. „Der Krieg verändert vieles, auch Menschen. Man sollte verzeihen“, fand er auch mahnende Worte. 1957 bei der Neugründung der Kameradschaft ehemaliger Soldaten „haben sich Leute gefunden, die ihre Jugend verloren haben und sich wie auch schon 90 Jahre zuvor gegenseitig helfen wollen“, betonte der langjährige Kes-Vorsitzende. „Der Verein ist dafür da, dass sich gegenseitig geholfen wird, Kameradschaft ist wichtig“, erinnerte der Ehrenpräsident an die Maxime der Wiederbegründer.

„Wie schafft man das?“

Auch in den anderen Grußworten wurde die Bedeutung der Kameradschaft herausgestellt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Pamela Westmeyer (CDU) sprach mit Blick auf die lange Geschichte von „einer tollen Leistung“. Und sie stellte die Frage: „Wie schafft man das?“ Aus traurigem Anlass gergründet, habe sich der Verein „immer wieder neu erfunden“. Auch Pamela Westmeyer erinnerte daran, dass sich die Neugründer 1957 schworen, nie wieder eine Waffe zum Kampf in die Hand zu nehmen. „Man muss für den Frieden kämpfen, nie wieder Krieg!“, unterstrich die stellvertretende Bürgermeisterin. Im Namen der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, übergab die stellvertretende Bürgermeisterin während des Festakts die Ehrenplakette des Landes Nordrhein-Westfalen an den Kes-Präsidenten Helmut Bußmann. Jochen Willmann (Bild), seit März Vizepräsident des Westfälischen Schützenbunds (WSB), lobte die „wunderbare Veranstaltung“ und den Harsewinkeler Verein „nicht nur als Verfechter des Sports, sondern auch als Pfleger des Brauchtums und der Tradition“. Die Kes sei insbesondere „Vorreiter im Sommerbiathlon“ gewesen, so Willmann. Er hatte Ehrennadeln des WSB und des Bunds Deutscher Schützen im Gepäck. Das unterhaltsame Rahmenprogramm gestalteten außer dem Spielmannszug Harsewinkel auch André Niewöhner aus Halle, der seit 15 Jahren Kes-Mitglied ist, als Showact Orbis De Ignis sowie die heimischen Playback-Piraten.

Mehr über die Geschichte der Kes lesen Sie am Montag in der „Glocke“.

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