K.o.-Tropfen-Attacke auf Karnevalsprinzessin
Einen Moment nur war das Glas der 40-jährigen Gütersloherin in einer Harsewinkeler Gaststätte unbeaufsichtigt. Aufgrund von K.o.-Tropfen verlor die Karnevalsprinzessin für dreieinhalb Stunden das Bewusstsein.

Weil ihr Mann und viele Freunde in unmittelbarer Nähe waren, blieb es bei einem dreistündigen Filmriss – verbunden mit großer Übelkeit. So beschrieb die Gütersloherin ihre Symptome.

 Trotzdem will die junge Frau die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Angesichts vieler bevorstehender Feiern wie Après-Ski-Partys, Disco-Besuchen oder der bald beginnenden Schützenfest-Saison warnt die Mutter einer vierjährigen Tochter nachdrücklich: „Passt auf und lasst eure Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen.“ Obwohl sich der Vorfall vor fast drei Wochen abgespielt hat, ist die 40-Jährige immer noch fassungslos: „Ich bin total sauer. Der Typ hat mir den ganzen Tag versaut. Abgesehen davon, was alles hätte passieren können.“

Freunde bringen Frau in Sicherheit

 Nach dem zweistündigen Karnevalsumzug in Harsewinkel mit „Riesenspaß und strahlendem Sonnenschein“ auf dem Karnevalswagen wollte die 15- bis 20-köpfige Delegation aus Gütersloh gegen 16.30 Uhr in einer Harsewinkeler Gaststätte etwas trinken. Die Gütersloherin nippte, wie sie sagte, ein-, zweimal an ihrem Sekt-Glas, stellte es auf die Theke, um sich mit ihren Freunden zu unterhalten. Kurz darauf trank sie einen weiteren Schluck. In einem unbeobachteten Augenblick muss ihr jemand die durchsichtigen, geschmacksneutralen Tropfen ins unbeaufsichtigte Glas getan haben. Gegen 17 Uhr setzte das Bewusstsein der Prinzessin von einer auf die andere Sekunde aus, wie sie es schilderte: „Ich weiß nur noch, dass irgendjemand gesagt hat: Unser Fahrer ist da. Von den folgenden drei Stunden weiß ich nichts mehr.“ Das Erinnerungsvermögen setzte bei der 40-jährigen Gütersloherin erst wieder gegen 20.30 Uhr („Ich bin wach geworden und war wieder vollkommen klar“). Sie lag im eigenen Bett. Da sie nicht mehr gehen konnte, hatten ihre Schwester und Freunde sie nach Hause verfrachtet. Die Zeit dazwischen ist vollkommen weg, wie ausradiert.

Elf Verdachtsfälle in Harsewinkel

Wenn sie an die möglichen Folgen denkt, wird der Gütersloherin allerdings auch heute noch ganz anders: „Es ist nichts passiert. Ich habe Glück gehabt, dass meine Freunde und mein Mann in der Nähe waren.“ Nicht ausmalen möchte sie sich dagegen ein anderes Szenario: „Was wäre gewesen, wenn ich allein mit meiner Tochter unterwegs gewesen wäre? Dann hätte eine Vierjährige allein mit ihrer betäubten Mutter dagestanden.“ Wie Gespräche und Recherchen in Harsewinkel ergeben haben, war der K.o.-Tropfen-Angriff auf die 40-Jährige kein Einzelfall. Allein vom Karnevalssonntag an wurden elf Fälle bekannt, in denen Frauen zwischen 35 und 45 Jahren ähnliche Beschwerden (Bewusstseinsverlust, Übelkeit, Brechreiz) erleiden mussten.

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