Kunde abgeführt wegen Kohlrabiblättern
Bild: Darhoven
Das Lachen ist Ingo Wolfes vergangen. Der Marktrausschmiss und der ruppige Umgang mit ihm haben dem 68-Jährigen eine schlaflose Nacht bereitet. Für die Kaninchen wollte er in Absprache mit dem Marktleiter Grünzeug aus einem Supermarkt mitnehmen. Der Marktdetektiv warf ihn daraufhin heraus und verständigte die Polizei.
Bild: Darhoven

Es war Freitag gegen 16 Uhr im Rewe-Markt an der Alten Brockhäger Straße. Wolfes erledigt seine Einkäufe und legt einige Kohlrabiblätter aus einer Tonne neben der Gemüse-Theke hinzu.

Detektiv interessiert Absprache nicht

Während er das Grünzeug aus dem Müll sammelt, spricht ihn der Marktdetektiv an. „Als er fragte, was ich da machen würde und dass ich das nicht dürfte, habe ich ihm gesagt ‚Lassen Sie uns zum Marktleiter gehen, ich habe die Erlaubnis dafür‘“, berichtet der Harsewinkeler. „Daraufhin hat der Detektiv nur gesagt: ‚Das interessiert mich nicht, das ist Diebstahl‘. Danach riss er mir die Ware aus dem Korb.“

Selbst ein Telefonat mit dem Marktleiter, Jakob Marx, habe ihn nicht umgestimmt. Er gebe zu, selbst durch seine Verärgerung die Stimme erhoben zu haben, doch die Behandlung durch den Detektiv empört Wolfes zutiefst. Schließlich habe er die Mitarbeiter im Rewe-Markt aufgrund ihrer Freundlichkeit immer geschätzt.

Weiterer Kunde mischt sich ein

„Ich bin in den vorderen Bereich des Geschäfts gegangen. Und selbst dort hat er mich weiter verbal traktiert.“ Sogar ein weiterer Kunde habe sich eingemischt und zu dem Detektiv gesagt: „Aber nicht in diesem Ton.“

Kurz darauf seien Inhaber Stefan Alberts und Polizeibeamte hinzugekommen. „Ich habe von Herrn Alberts erwartet, dass er die Situation klärt – schließlich hatte ich ja die Erlaubnis des Marktleiters, die Kohlrabiblätter mitzunehmen.“

Stattdessen geleiteten die Polizisten den Rentner hinaus und erteilen ihm einen Tag Hausverbot.

Inhaber sagt, Detektiv habe richtig gehandelt

Nach einer schlaflosen Nacht entscheidet Wolfes sich, am Samstagmorgen den Marktleiter noch einmal anzurufen. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der das so stehen lassen will.“ Dieser habe ihm Verständnis entgegengebracht, sei sehr freundlich gewesen und habe versprochen, noch einmal mit Inhaber Stefan Alberts sprechen zu wollen, um sich im Anschluss noch einmal zu melden.

Am Dienstag habe dann der Inhaber angerufen und erklärt, der Detektiv hätte seines Erachtens nach richtig gehandelt. „Er meinte, ich sei der Aggressivere gewesen. Und zum Rest sagte er nur, er sei ja nicht dabeigewesen.“

Wolfes bekommt das Grünzeug für die Langohren nun in einem anderen Supermarkt. „Dort muss ich auch nichts aus einer Mülltonne suchen – da steht ein schöner, geflochtener Korb mit übrigem Grün, aus dem man sich bedienen darf.“

Die Stellungnahme der Rewe-Gruppe lesen Sie in der Ausgabe von Freitag, 13. September.

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