„Määääher“ grasen für die Stadt
Bild: Aundrup
Norbert Austermann hatte die zündende Idee: Sieben Schafe werden für die Grünpflege am Harsewinkeler Klärwerk, am Greffener Pumpwerk sowie an den Regenrückhaltebecken eingesetzt.
Bild: Aundrup

„Damit wird das Stadtsäckel ordentlich geschont“, weiß Norbert Austermann vom Klärwerk, der auf die zündende Idee mit den tierischen „Määäähern“ gekommen ist. Nur ein Rechenbeispiel: Allein für die Grünpflege an den sechs Regenrückhaltebecken der Stadt hätte der Arbeitseinsatz des Bauhofs gut 15 000 Euro verschlungen. Die Schafe verschlingen den Rasen, etwas Wasser und sonst nichts.

Bernhard Thiemann züchtet die Rasse

 „Die Nolanas stellt uns Bernhard Thiemann aus Ostbevern zur Verfügung. Der Claas-Mitarbeiter züchtet diese Rasse und hat mittlerweile 30 Tiere, die nur eins wollen: fressen. Der Schaf-Züchter hat Flächen für seine Nolanas gesucht und wir die Tiere, die das städtische Grün kurz halten. Also profitieren beide Seiten davon“, berichtet Norbert Austermann von der Win-Win-Situation für Stadt, Tiere und Halter. Der 51-jährige Elektriker des Harsewinkeler Klärwerks hat eigentlich mit Schafen nichts am Hut. „Im Freundeskreis gibt es einige Schafhalter. Darüber bin ich darauf gekommen, sie auch auf städtischen Flächen einzusetzen“, erzählt Austermann. Er schmunzelt und schiebt hinterher: „Jetzt habe ich sieben Mitarbeiter unter mir.“

Schafe, die nicht ausbüxen

 Der Elektriker stellt nur den Elektrozaun für die Tiere um, ansonsten kümmert sich Bernhard Thiemann um seine Nolana-Schafe. „Er setzt sie alle drei bis vier Wochen um und schaut auch regelmäßig nach dem Rechten“, sagt Norbert Austermann, der bislang nur positive Resonanz auf das tierische Projekt bekommen hat. Er hat aber eine große Bitte an die Bürger: „Die Schafe sollten nicht gefüttert werden, denn sonst blöken sie verstärkt und rufen nach Futter. Außerdem sollen sie ja das Gras und nichts anderes fressen“, gibt der Klärwerk-Mitarbeiter zu bedenken. Grundsätzlich seien die Nolanas ruhige Tiere, die keinen Lärm machten und auch nicht ausbüxten. Die Schafe sind eifrige und anspruchslose „Mitarbeiter“, die in vier bis fünf Wochen etwa eine Fläche von 2000 Quadratmeter abgrasen können. Am Klärwerk stehen sie seit Anfang Juli – und dort sollen sie noch bis zum Wintereinbruch im Einsatz sein. 2012, so ist es geplant, soll die Zahl der tierischen Angestellten von sieben auf zehn aufgestockt werden. „Dann könnten wir zwei Gruppen mit jeweils fünf Schafen bilden“, plant Norbert Austermann fest mit „Erika“, „Else“ und den anderen „Määäähern“.

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