Marihuana als Schmerzmittel benutzt

Der Prozess gegen die drei wegen des Verdachts des schweren Raubes Angeklagten wird am Montag, 5. November, fortgesetzt.

Es dementierte Gerüchte, dass von ihm eine Drogenplantage im Haus oder außer Haus betrieben worden sei. „Wo ist Gras?“, soll einer von drei Vermummten, die morgens um vier Uhr in das Schlafzimmer eingedrungen waren, gerufen haben. Denn auf einem Nachtschränkchen am Bett des 60-Jährigen lag eine Zigarette. Der überfallene Ehemann, der beim Gerangel im Schlafzimmer zwei klaffende und stark blutende Wunden im Gesicht erlitten hatte, wies darauf hin, dass er infolge eines chronischen Leidens seit dreieinhalb Jahren krank geschrieben sei. Er räumte ein, Marihuana als Schmerzmittel benutzt zu haben. Er habe auch für den Eigenbedarf Cannabis zu Hause aufbewahrt: „Das Zeug hat ziemlich gestunken.“ Mehrere Ärzte hätten es abgelehnt, ihm den Konsum des im Gras enthaltenen Betäubungsmittels legal zu ermöglichen.

Unterschiedliche Gerüchte im Umlauf

Letztlich sind, so wurde im Gerichtssaal deutlich, unterschiedliche Gerüchte in Harsewinkel in Umlauf gewesen, weil der Betroffene kein Hehl daraus machte, dass er sich dem Drogenkomplex Marihuana und Co. bedient, um von seinen anhaltenden Schmerzen für eine Weile loszukommen. Inzwischen läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen das Opfer wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln. Auch seine Gattin, die am Mittwoch an ihrem 61. Geburtstag Zeugin auftrat, bedient sich nach den Aussagen des Gatten der Droge – auch sie leidet an fortgeschrittenen gesundheitlichen Problemen. Und sie ist von ihrer Krankheit sichtlich gezeichnet. Ausgerechnet an seinem runden Hochzeitstag, der gekoppelt war mit dem 60. Geburtstag des Mannes, wurde das Paar Opfer des brutalen Überfalls. „Ich bin aufgewacht, als mein Mann ins Bett geschubst wurde. Ich war stinksauer, weil da drei vermummte Männer standen, und habe gefragt, was sie sich da erlauben . . .“

Auftritt der drei Vermummten artet brutal aus

Der Auftritt der drei Vermummten artete brutal aus: Einer schwang ein Samuraischwert, das er aus einem der zwei früheren Kinderzimmer mitgenommen hatte; ein weiterer hielt einen größeren Schraubenzieher in die Höhe; eine dritte Person fuchtelte mit einem, vom Ehemann nicht näher beschriebenen Gegenstand herum. Wodurch er letztendlich verletzt worden ist, wusste der Zeuge nicht mehr genau: „Ich blutete aus zwei Wunden, meine Nasenspitze konnte man wegklappen.“ Er wurde später mehrere Stunden lang im Krankenhaus behandelt. Der Prozess gegen die drei wegen des Verdachts des schweren Raubes Angeklagten wird am Montag, 5. November, fortgesetzt.

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