Mikrowelle und mehr aus Natur gefischt
Bild: Darhoven
Sie haben in Greffen den Müll fremder Leute entsorgt: (v. l.) Hendrik Röer und Sascha Wienströer mit einer illegal in der Natur entsorgten Mikrowelle sowie Marcel Meier zu Verl und Daniel Heuckmann waren unter anderem an der Bundesstraße 513 im Einsatz.
Bild: Darhoven

 Rund 200 Marienfelder, Greffener und Harsewinkeler berichteten von einer Becherflut in Gräben, auf Wiesen, Gehwegen, Spielplätzen, Bachläufen und in den Wäldern. Ausgerüstet mit Warnwesten, Müllzangen und -säcken sowie Handschuhen, beteiligten sie sich am Großreinemachen, das alle Jahre wieder im Frühling unter dem Titel „Sauberhaftes Harsewinkel“ steht. Über viel Stunden sammelten die Ehrenamtlichen achtlos weggeworfenen Müll ein. Der städtische Umweltberater Guido Linnemann war begeistert von der Resonanz. „Besser wäre es allerdings, wenn jeder seinen Müll entsorgen würde, statt ihn in die Natur zu werfen“, so Linnemann. Zu den gefundenen Umweltsünden in Harsewinkel zählten unter anderem eine Schweißer-Gasflasche, Reifen und ein Computer-Monitor. In der Mähdrescherstadt waren 65 Aktive im Einsatz. Guido Linnemann freute sich, dass sich auch viele Gruppen wie die Jäger und die Bewohner aus den Lebenshilfe-Wohngruppen an der Aktion beteiligten. Die größte Einsatztruppe waren dieses Mal die Flüchtlinge, die mit 20 Personen für eine saubere Umwelt sorgten. Anna Hirsch von der Awo hatte sie für den Einsatz begeistern können. Am Ende landeten in Harsewinkel rund zehn Kubikmeter Müll in einer großen Mulde, die die Firma Grumbach kostenfrei in allen drei Ortsteilen aufgestellt hatte.

Wer vermisst rumänischen Pass?

Mehr als 70 Freiwillige waren in Greffen unterwegs, um Müll zu sammeln. Dort kamen rund fünf Kubikmeter Unrat zusammen. Als außergewöhnlichstes Fundstück vermeldete Ortsheimatpfleger Norbert Schmitfranz einen rumänischen Pass, der an der Sassenberger Straße gefunden wurde. Auch eine Mikrowelle und 25 ordentlich zusammengebundene Fahrradreifen, die in einem Graben lagen, wurden entsorgt. Als „echtes Problem“ bezeichnete Norbert Schmitfranz die Einweg-Kaffeebecher. „Wir haben das Gefühl, dass das immer mehr werden“, so Schmitfranz. Besonders gefreut habe er sich über eine junge Greffenerin, die den Tag ihres 13. Geburtstags genutzt habe, um mit ihrer Mutter und ihrem Bruder bei der Reinigungsaktion mitzumachen statt zu feiern. Mit Spaß bei der Sache waren auch die Mitglieder der Damenkompanie, die die größte Gruppe bildete.

Rege Beteiligung im Klosterdorf

Rege war auch die Beteiligung in Marienfeld. Ortsheimatpfleger Hugo Brickenkamp zählte rund 70 Ehrenamtliche. Außer einer ausrangierten Kaffeemaschine fanden die Helfer viel Haushaltsmüll sowie auffallend viele To-Go-Becher, berichtete Daniel Brockpähler als Schriftführer des Marienfelder Heimatvereins. Die Ortssäuberung in Marienfeld wurde 1969 erstmals von Hermann Homeyer initiiert.

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