Mit Eimerkette fängt 1882 alles an
Sie sind schnell zur Stelle, wenn es in Harsewinkel irgendwo brennt: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Harsewinkel setzen sich ehrenamtlich für das Gemeinwesen ein. Für Sonntag, 29. April, laden sie anlässlich des 130-jährigen Bestehens ab 10 Uhr zum Tag der offenen Tür am Feuerwehrgerätehaus an der B 513 ein.

 Schon nach kurzer Zeit gehörten der Wehr 60 Mitglieder an. Heute, 130 Jahre später, gibt es 60 aktive Kameraden sowie 25 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwesen einsetzen. 130 Jahre – das ist ein Grund zum Feiern, dachten sich die Blauröcke, die für Sonntag, 29. April, alle Bürger von 10 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür ans Feuerwehrgerätehaus an der Bundesstraße 513 einladen. Dann wird gefeiert und auf den runden Geburtstag angestoßen. Außerdem zeigen die Feuerwehrleute – darunter zwei Frauen – ihr Können während der technischen Vorführungen. „Die Besucher können sich unter anderem auf einen Löschangriff freuen“, macht Löschzugführer Rudi Hirsch deutlich.

Moderne  „Hardware“

Auch die „Hardware“, sprich die sieben Einsatzfahrzeuge, können die Gäste in Augenschein nehmen. Solche modernen Gefährte standen den Kameraden vor 130 Jahren nicht zur Verfügung. 1882 bestand die wirksamste Brandbekämpfung aus Eimerketten, wie aus der Chronik der Harsewinkeler Feuerwehr zum 125-jährigen Bestehen zu erfahren ist. Bereits 1883 erhielt die Wehr eine für damalige Verhältnisse moderne Brandspritze. Sie musste beim Brand bei Otto Belke im Happenort sowie bei Bauer Loddemann ihre erste Bewährungsprobe bestehen.

Tombola, Schnitzeljagd und mehr

Dass die Harsewinkeler Feuerwehrleute feiern können, bewiesen sie schon 1884, als der erste Feuerwehrball organisiert wurde. Und das stellen sie auch am kommenden Sonntag wieder einmal mehr unter Beweis. Start ist um 10 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen mit dem Spielmannszug Harsewinkel. „Außerdem haben wir eine Tombola mit vielen tollen Preisen, eine Hüpfburg, eine Schnitzeljagd, Spiele mit der Wasserspritze, einen Malwettbewerb, eine Turmbesteigung und eben die technischen Vorführungen“, berichtet Rudi Hirsch. Für Essen und Getränke ist im Café „Florian“ sowie an Imbissständen mit Bratwurst und Co. gesorgt. „Und das alles zu familienfreundlichen Preisen“, sagt Hirsch, der mit seinen Kameraden zwischen 130 und 150 Einsätze pro Jahr fährt – rund ein Drittel davon sind Brände. Ansonsten retten die Blauröcke Katzen aus Bäumen oder sind bei Verkehrsunfällen vor Ort. Und das alles ehrenamtlich wie vor 130 Jahren.

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