Mittler zwischen Kindern, Lehrern, Eltern
Bild: Munkelt
Ansprechpartnerinnen in allen fünf Harsewinkeler Grundschulen: Michaela Kräft (links) und Isabell Wiedemann.
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„Man kann nicht früh genug anfangen, bei Problemen gegenzusteuern“, ist ihre Überzeugung. Schwierigkeiten in der Familie wirkten sich oft auf das Verhalten der Kinder in der Schule aus – genauso wie umgekehrt, sagen die beiden Frauen. Diplom-Sozialpädagogin Michaela Kräft (29) aus Bielefeld hat die neu eingerichtete Stelle als Sozialarbeiterin an den fünf Grundschulen im September angetreten. Diplom-Pädagogin Isabell Wiedemann (33), die in Marienfeld wohnt, ist im Dezember dazugestoßen. Beide haben, zunächst für jeweils zwei Jahre, volle Stellen.

Im Wechsel sind sie an jeweils zwei Tagen pro Woche in den fünf Grundschulen präsent, lediglich in der Greffener Johannesschule sind sie nur freitags. Von den Kindern, Eltern, Lehrern und Schulleitern fühlen sich die beiden Frauen mit offenen Armen empfangen. Lehrer bitten sie zum Beispiel, Kontakt zu einer Familie aufzunehmen, wenn ein Kind oft Dinge nicht dabei hat oder verwahrlost wirkt. Eltern wiederum finden Ansprechpartnerinnen, mit denen sie ohne Sorge um Ansehen und Benotung von Sohn oder Tochter reden können.

„Und die Kinder nutzen uns als zusätzlichen Gesprächspartner, der weder Mama noch Papa noch der Lehrer ist“, sagt Kräft. Oft gehe es dabei um kleinere Konflikte mit Geschwistern oder Eltern. „Bei Streitigkeiten mit Mitschülern ist unser großer Vorteil, dass wir hier in der Schule sind, alle Beteiligten an einen Tisch holen können und an dem Fall dranbleiben“, erläutert Wiedemann.

Von Elterncafé bis Sprachprojekt

Die von Michaela Kräft an zwei Schulen neu eingerichtete Ausbildung von Streitschlichtern (die in anderen Schulen schon länger durchgeführt wird) hat sich ebenso etabliert wie die Elternsprechstunde. Diese wird gut angenommen: Mal geht es um Schulprobleme, mal um Erziehungsfragen oder um einen Kontakt zu Beratungsstellen. Auf Wunsch nehmen die Sozialpädagoginnen auch an Lehrer-Eltern-Gesprächen teil und machen Hausbesuche.

Einmal im Monat bieten sie in der Johannes-, Marien- und Löwenzahnschule das Elterncafé an, das sich speziellen Themen widmet, etwa gesunder Ernährung. „Die Resonanz ist unterschiedlich“, sagt Kräft.

Isabell Wiedemann hilft insbesondere bei der Stellung von Anträgen auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Außerdem betreut sie Sprachprojekte an der Astrid-Lindgren-Schule sowie eine Fördergruppe für Erstklässler, die sich mit der Eingewöhnung noch schwer tun, an der Kardinal-von-Galen-Schule.

Michaela Kräft betreut an der Löwenzahnschule in einer Kooperation mit der Gemeinwesenarbeit Dammanns Hof eine „Arbeitsgemeinschaft Soziales Lernen“.

Aktuell bauen die beiden Frauen einen Stamm von Dolmetschern auf, die zum Beispiel Elternbriefe übersetzen. Viel Programm, viele Kontakte. Michaela Kräft und Isabell Wiedemann sind sich einig: „Ein Job, der sinnvoll ist und Spaß macht.“

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