Nach Märchenstunde folgt Geständnis

Während sich die Angeklagte von Beginn an geständig gab, stritt der 25-Jährige zunächst alles ab. Er packte nach einer Pause jedoch ebenfalls aus.

Dem Harsewinkeler wird zur Last gelegt, dass er am 28. Januar auf dem Schenke-Parkplatz in Harsewinkel mit vorgehaltener Waffe ein Portemonnaie mit einem geringfügigen Geldbetrag von einem Mann (40) aus Leopoldshöhe erbeutet haben soll. Laut Staatsanwaltschaft soll die Frau den 40-Jährigen zunächst unter einem Vorwand zum Parkplatz an der Hesselteicher Straße gelockt haben. Ebenfalls mithilfe einer Ausrede soll sie später das Auto des Opfers wieder verlassen haben. Gemäß dem gemeinsamen Plan soll laut Anklageschrift der 25-Jährige vor dem Auto des Geschädigten aufgetaucht sein. Er habe das spätere Opfer zunächst nach Feuer gefragt und es dann mit einer Gaspistole bedroht und die Herausgabe des Geldes gefordert, so die Staatsanwaltschaft.

Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre und sechs Monate Haft für Harsewinkeler 

Die 25-jährige Angeklagte soll von dem geplanten Raub aber nichts gewusst haben. Sie gab vor der Vorsitzenden Richterin Jutta Albert an, dass das Opfer bedroht oder geschlagen werden sollte, aber nur um den Kontakt zu ihr abzubrechen.

Hintergrund: Die Frau hatte früher als Prostituierte gearbeitet und mit dem 40-Jährigen gegen Geld Sex gehabt. Die beiden Angeklagten sollen im Vorfeld der Tat übereingekommen sein, dass die 25-Jährige in Zukunft keine sexuelle Beziehung mehr zu dem 40-Jährigen haben werde, so die Anklageschrift. Daher sollte der 25-Jährige den Mann aus Leopoldshöhe nur bedrohen, damit dieser in Zukunft die Angeklagte meidet. Von einem Raub sei niemals die Rede gewesen, gab die Harsewinkelerin vor Gericht zu Protokoll.

Die Plädoyers wurden bereits am Dienstag gehalten. Danach fordert die Staatsanwaltschaft für den 25-Jährigen wegen schwerer räuberischer Erpressung zwei Jahre und sechs Monate Haft und für die 25-Jährige sechs Monate auf Bewährung wegen Nötigung.

Die Verteidiger der Harsewinkeler sehen das ganz anders: Sie beantragten zwei Jahre auf Bewährung für ihn und Freispruch für sie. Das Urteil wird am Donnerstag, 27. September, um 11 Uhr in Saal eins des Landgerichts erwartet.

SOCIAL BOOKMARKS