Parkplatzsituation verschärft sich
Bild: Aundrup
Diskutierten über Parkplätze hinterm Rathaus: (v. l.) Arnold Czech (SPD), Gunhild Hinney (SPD), Reinhard Pawel (Stadt), Anton Mense (CDU), Andreas Gerhard (CDU) und Klemens Petermann (UWG).
Bild: Aundrup

Neuer Parkraum wird davon aber so gut wie gar nicht geschaffen. Und das ist vielen Politikern ein Dorn im Auge. In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses wurde hitzig darüber debattiert. Stadtplaner Reinhard Pawel hat zwar noch einen fertigen Plan in der Schublade liegen, wonach 28 Stellplätze zwischen Rathaus und der ehemaligen Don-Bosco-Schule, dem heutigen Unterstufentrakt des Gymnasiums, entstehen könnten. Die Mittel in Höhe von 70 000 Euro stehen ebenfalls im Haushalt und könnten für neuen Parkraum ausgegeben werden. Doch daraus wird nichts. „Die Fläche dient den Schülern in den Pausen als Aufenthaltsfläche. Daher sollten hier keine Autos fahren“, machte Reinhard Pawel deutlich. „Klar, das ist ein Sicherheitsproblem“, sah Anton Mense (CDU) ein. Der Christdemokrat ließ jedoch nicht locker und fragte nach einer Alternative. Reinhard Pawel betonte, dass es bereits Gespräche mit Pfarrdechant Wim Wigger bezüglich des Freigeländes hinter dem Pfarrheim gegeben habe. „Die Kirche wird die Wiese nicht opfern. Aber über die Fläche daneben, dort, wo die Bäume stehen, könnte man reden“, zauberte Pawel Plan B aus dem Hut, den er aber auch gleich wieder verwarf: „Wir sollten für Parkplätze nicht ein weiteres Stück grüne Lunge in der Stadt hergeben.“

Keinen Plan C

Und ein Plan C existiert noch nicht: „In der Innenstadt gibt es keine echten Freiflächen mehr für Parkplätze“, so Pawel. Und das findet nicht nur Johannes Sieweke (UWG) unbefriedigend. Weiter zuspitzen wird sich die Situation mit jedem weiteren Neubau-Lückenschluss in der City und mit jedem weiteren abgelösten Parkplatz. Aktueller Fall: An der Dr.-Pieke-Straße 7 soll ein neues Büro- und Wohngebäude entstehen – mit einer ambulanten Pflegestation im Erdgeschoss. Und damit werden wieder neun Stellplätze mit jeweils 3300 Euro abgelöst. Die Politiker des Bauausschusses stimmten zähneknirschend zu – bei drei Gegenstimmen. Sie pochten aber darauf, in Zukunft die Ablösesumme zu erhöhen.

Gunhild Hinney ganz diplomatisch

„Der Ablösebetrag ist viel zu niedrig. Wir sollten nicht nur die Herstellungskosten für einen neuen Parkplatz einrechnen, sondern auch den Grundstückspreis einbeziehen“, forderte Dieter Berheide (CDU) und stieß damit auf offene Ohren. Stadtplaner Reinhard Pawel gab jedoch zu bedenken, dass man sich an den Nachbarkommunen orientieren müsse: „Wir haben hier keine Frankfurter oder Hamburger Verhältnisse.“ Eine Vollkostenrechnung funktioniere nicht, zumal die Stadtverwaltung froh sei, dass Investoren die Baulücken in der Stadt schlössen. „Davon haben wir vor ein paar Jahren geträumt“, so Pawel, der zu bedenken gab: „Wenn wir die Ablösesummen für Parkplätze extrem hochschrauben, ist das kontraproduktiv.“ Das sah Johannes Sieweke (UWG) kritischer: „Wir können nicht alle Baulücken schließen und vor den Parkplatzproblemen die Augen verschließen.“ Er pochte darauf, Parkraum zu schaffen. Dieter Berheide brachte ein Parkhaus ins Spiel. „Das Potenzial ist derzeit ausgeschöpft. Wir sind froh, dass in der Innenstadt weiter gebaut wird. Harsewinkel ist auf einem guten Weg. Danach sehnen sich andere Städte. Wir sollten den Parkraum weiter ablösen“, hielt Reinhard Pawel dagegen. Die Ausschussvorsitzende Gunhild Hinney (SPD) gab sich diplomatisch. Sie plädierte dafür, in Zukunft den Ablösepreis anzupassen, aber auch keine Verhinderungstaktik bei Neubauten zu fahren. Und so soll es jetzt gemacht werden.

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