Planer will Fachwerk in Szene setzen
Bild: Darhoven
Dringend eine Sanierung nötig hat das Teilstück der Straße „Im Kirchspiel“ am DRK-Bewegungskindergarten Hokus-Pokus in Harsewinkel. Dabei soll die Straße angepasst an den historischen Charme der umliegenden Fachwerk-Häuser umgestaltet werden.
Bild: Darhoven

Dass an einem der ältesten Orte Harsewinkels etwas passieren muss, darüber waren sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses einig. Über die Machart gab es am Donnerstag jedoch Diskussionen. Denn um die dort angesiedelten Fachwerkhäuser optimal in Szene zu setzen und den alten historischen Charakter des Straßenzugs wiederherzustellen, soll das Teilstück nicht einfach nur erschlossen und asphaltiert werden.

Lars Niewemmer vom Ingenieurbüro nts, der von der Stadt Harsewinkel mit der Planung des Teilstücks beauftragt worden war, stellte den Fraktionsmitgliedern zwei Ausbauvarianten vor. Die unterschieden sich lediglich im Pflaster – dafür aber erheblich im Preis.

Charme optimal herauskitzeln

Für die Luxusvariante (Kostenpunkt: rund 400 000 Euro) sprachen sich die CDU und die SPD aus. Beide Fraktionen befanden: Der historische Charakter des Straßenzugs, werde erst durch ein buntes Betonsteinpflaster optimal herausgekitzelt. „Wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, historisches Denkmal in Szene zu setzen?“, warf Dieter Berheide (CDU) auf. Da müsse man Zugeständnisse machen. Zumal das Teilstück in den vergangenen Jahren massiv vernachlässigt worden sei. Berheide spielte damit auf eins der Fachwerkhäuser an, das wider erwarten nicht restauriert worden war.

Brunhilde Leßner (Bündnis 90/Die Grüne) hielt dagegen. Sie befand die günstige Ausbauvariante (Kosten: rund 360 000 Euro) für ausreichend. „Nicht das Pflaster macht die Atmosphäre aus, sondern die Bäume“, sagte sie. Die Eichen – zwei einzelne und eine Reihe mit drei Bäumen – sollen in beiden Varianten erhalten bleiben und zum Schutz des Pflasters mit Wurzelschutzbrücken versehen werden.

Teilstück ist „Keimzelle“

Stadtplaner Reinhard Pawel gab zu bedenken, dass es sich bei dem Teilstück der Straße um die „Keimzelle“ der Stadt Harsewinkel handle. Nach einer Umgestaltung könne man vielleicht irgendwann von Harsewinkels guter Stube sprechen. Zumal man schon bei der Planung des Kindergartens darauf abgezielt habe, eine Erinnerungsposition zu erlangen. „Viele wissen nicht, dass das Gebäude in der Urform des dort zuvor ansässigen alten Bauernhofs errichtet worden ist“, sagte er.

Letztlich entschied das Mehrheitsprinzip. Mit einer Enthaltung stimmte der Ausschuss für die teure Variante ab – mit dem Zusatz, dass die Erhaltung der Bäume keine Mehrkosten für die Anlieger verursachen dürften.

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