Puppen düsen wieder durchs Museum
Bild: Aundrup
Stolz ist Christa Beckmann auf ihre neu erworbene Käthe-Kruse-Schaufensterpuppe, die sie in ihrem wiedereröffneten Museum auf ein Motorrad gesetzt hat.
Bild: Aundrup

„Wenn der Puppenwagen draußen steht, ist geöffnet“, lautet die Devise der Museumsbetreiberin. Rund 200 historische Maschinen und mehr als 2000 antike Puppen beherbergt sie in mehreren Scheunen des alten Fachwerkbauernhofs an der Beelener Straße.

Museum gibt es seit 30 Jahren

Groß geworben für die Wiederöffnung habe sie nicht. „Ich will es langsam angehen lassen“, sagt Beckmann. „Ursprünglich wollte ich zu Ostern aufmachen, da ist das Motorradmuseum 30 Jahre alt geworden.“ Zusammen mit ihrem 2014 verstorbenen Ehemann Heiner Beckmann hatte sie 1990 begonnen, die Sammlung aufzubauen. Zum 30-Jährigen sollten neue Fahrzeuge und Puppen präsentiert werden. „Doch dann kam Corona, und ich musste alles sausen lassen.“

Circa zehn Interessenten schauten über den Tag verteilt vorbei. „Alle von außerhalb, zum Beispiel aus Ahlen und Oelde. Der älteste Besucher war 98 Jahre alt. Als ich das hörte, musste ich kurz noch einmal nachhaken“, sagt Beckmann und lacht.

Mundschutz ist Pflicht

Wer das Motorradmuseum besucht, muss einen Mundschutz tragen. Die Gefahr, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werde, bestehe nicht. „Dafür ist es hier weitläufig genug.“ Auch am kommenden Sonntag will Beckmann ihre Exponate wieder der Öffentlichkeit zeigen. Möglich ist dies von 11 bis 17 Uhr an der Beelener Straße 32 in Greffen.

Heimatmuseum bleibt geschlossen

Weiterhin geschlossen bleibt das Heimatmuseum Marienfeld. „Das Öffnen unter den bekannten Auflagen – die Einhaltungs des Mindestabstands und die Begrenzung der Besucheranzahl – können wir personell nicht leisten“, sagt Vereinsvorsitzender Otto Sewerin.

In jedem Raum des Museums müsste eine Aufsicht darauf achten, „dass sich die Leute nicht auf den Füßen stehen“. Dies vernünftig zu kontrollieren, sei im Ehrenamt nicht leistbar. Ein weiterer Aspekt, der gegen eine Wiederöffnung spricht: „Die Vereinsmitglieder, die normalerweise eine Aufsicht übernehmen, sind älter als 60 Jahre und zählen somit zur Risikogruppe.“

Sewerin bedauert, dass das Heimatmuseum vorerst keine Besucher empfangen kann. „Der Zustand, den wir vor der Corona-Krise hatten, ist notwendig, um wieder öffnen zu können“, sagt er. „Doch so lange es die Mindestabstandsregelung gibt, wird daraus nichts.“ www.heimatmuseum-marienfeld.de

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