Quartett „Winkelblech“ nutzt Heimvorteil
Bild: Heumüller
Überzeugten auf ganzer Linie: (v. l.) Kantor Winfried Klasmann, Fabian Huster, Arthur Harder, Johannes Theißing und Bernd Theißig spielten bei der Abendmusik in der Pfarrkirche St. Paulus. Im Hintergrund ist die Muhleisen-Orgel zu sehen.
Bild: Heumüller

 „Heute“, so fährt er fort, „sind wir nicht weniger stolz darauf, vier junge Künstler ankündigen zu können, die alle aus Harsewinkel kommen, das Blechbläserquartett ,Winkelblech‘“. Das besteht aus den Musikern Fabian Huster und Bernd Theißing (Trompete), Arthur Harder (Posaune) sowie Johannes Theißing (Tuba). Sie verstehen es vom ersten Takt an, die Gunst des Heimvorteils zu nutzen und gestalten ihren Auftritt zu einem triumphalen Erfolg.

Beste Unterhaltung

Schnell wird klar, warum sie bei den Wettbewerben „Jugend musiziert“ auf allen Ebenen die vorderen Preise abräumen: Über die Beherrschung der reinen Technik sind sie längst hinausgewachsen. Mit einer Abendmusik auf hohem musikalischen Niveau, verbunden mit bestem Unterhaltungswert verwöhnen sie das gewogene Publikum. Am Ende werden sie mit minutenlangen, stehenden Ovationen gefeiert. Eigentlich gibt es nur zu besonderen Anlässen ein opulentes Feuerwerk. „Ja, warum eigentlich?“, mögen sich die vier bestens aufgelegt musizierenden jungen Männer fragen. Sie brennen am Sonntag 60 Minuten lang mit Werken aus dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart eine Rakete nach der anderen ab, so dass es schwerfällt, ein Glanzlicht auszumachen. Wie es sich für so ein Konzert gehört, steht am Anfang eine Fanfare: „Spirit of Brass“ von Enrique Crespo, gefolgt von einer repräsentativen Auswahl an Barockmusik von Gabrieli, Androvaldini, Vivaldi, Händel und Bach. Eine außergewöhnliche Konstellation bietet Johannes Theißing, begleitet von Winfried Klasmann an der Orgel, mit einem Tuba-Solo aus einer Bach-Air. Dramaturgisch geschickt ans Ende platziert, bildet das Renommierstück der Viererformation den Höhepunkt, die „Turmmusik“ von Bertold Hummel. Da fühlen sie sich hörbar und sichtlich in ihrem Element, was genauso für die vehement geforderte Zugabe gilt, die „Pops for Four“ von Chris Hazell. So wuchert man mit Talent.

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