„Queenz of Piano“ im Hallenbad
Bild: Poetter
„Queenz of Piano“: Witzig und selbstironisch zugleich präsentierten sich Jennifer Rüth und Anne Folger dem Publikum in Harsewinkel.
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Qualitätvolle Veranstaltungen an originellen Orten – das kennen die Harsewinkeler von ihrem Kultur- und Bildungsverein (Kubi) nur zu gut. „Wir haben heute noch einen draufgesetzt“, so Kubi-Vorstand Frido Jacobs mit Blick auf den ungewöhnlichen Veranstaltungsort und spricht von einer Welturaufführung. „Zwei Königinnen kommen, um die Königin der Instrumente zum Klingen zu bringen“: Poetischer kann ein Konzert wirklich nicht angekündigt werden.

„Queenz of Piano“: Zwei exzellente Musikerinnen, die nicht nur durch ihr innovatives Klavierspiel und charmant präsentierte Chansons begeistern, sondern auch optisch ein Augenschmaus sind. Witzig und selbstironisch zugleich servieren Jennifer Rüth und Anne Folger ein Programm, das gespickt ist mit heiteren Geschichten rund um die Liebe –vom gefühlvollen „Sous le ciel de Paris“ bis zum witzig interpretierten „Kann denn Liebe Sünde sein“. Da fliegen nicht nur die Melodien hin und her sondern auch scharfzüngige Pfeile. Der Flügel wird zum Percussionsinstrument, die Saiten werden mit Plektren für Gitarrenriffs benutzt. Kurz: ein sprühendes Fingerfeuerwerk an zwei Flügeln, das dem angestaubten Image klassischer Klavierkonzerte durch unkonventionelles Entertainment einen neuen farbigen Anstrich gibt.

Mit dem nur auf den schwarzen Tasten gespielten „Africa“ gibt das Duo eine erste Kostprobe seines Könnens. Nach Astor Piazollas „Libertango“ geht die musikalische Reise nach Paris. Wohin sonst. Nachdem der Himmel der Seine-Metropole besungen worden ist, liegen die beiden Musikerinnen, wie zuvor schon die adligen Damen des 19. Jahrhunderts, Franz Liszt, zu Füßen. Witzig gemacht: Jenny und Annes Gerangel um die Hoheit am Flügel.

Dann ein Krimi quer durch die Musikgeschichte, bei dem sich die Akteure von Schumann, über Verdi und Beethoven bis zu Rosenstolz und Reinhard May die Klinke in die Hand geben. Nachdem zwei Gäste aus dem Publikum, Hartmut und Jörg, auf ihre Musiktauglichkeit getestet worden sind, führt die „Tour d’Amour“ nach Chatchaturians Säbeltanz aus dem Ballett „Gayaneh“ nach Brasilien zu einem rasant servierten „Tico Tico“. Das ultimative Gute-Nacht-Lied zelebrierte das Duo dann bäuchlings auf dem Flügel.

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