Renaturierung: Ems  formt sich selbst
Bild: Aundrup
Zeigt auf den zweiten, 400 Meter langen Abschnitt: Peter Bosse (64), der beim Kreis Gütersloh für die Gewässerunterhaltung und den -ausbau zuständig ist.
Bild: Aundrup

Das Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen – wie an der Ems in Greffen bereits geschehen. In Harsewinkel wurden auf einer Fläche von 2,5 Hektar zwei Abschnitte – 300 und 400 Meter lang – umgestaltet. Dabei wurde der alte Lauf aufgebrochen. Und die Ems wurde zum Süden hin verlegt. „Im Norden liegt eine Gasleitung, die von Harsewinkel nach Greffen führt. In diese Richtung konnten wir also nicht ausweichen“, erklärt Peter Bosse, der beim Kreis für die Gewässerunterhaltung und den -ausbau zuständig ist,  im Gespräch mit der „Glocke“.

Maximal 100 Meter breit

 Renaturierung – das heißt auch, dass die Ems ausgeweitet wurde: Im normalen Verlauf ist der Fluss samt Ufer 30 Meter breit. Im renaturierten Bereich weist das Gewässer nun eine maximale Breite von 100 Metern auf. 3000 Kubikmeter Boden wurden abgefahren, mit dem Rest wurde das Areal gestaltet. „Wir werden hier nichts pflanzen. Das soll sich alles selbst entwickeln“, macht der Gewässer-Experte des Kreises deutlich. Bosse weiß noch nicht, wie das Areal in fünf, sechs Jahren aussehen wird. Er ist sich aber sicher, dass dort – ebenso wie in Greffen – Erlen hochkommen werden. „Die Erlensamen kommen übers Wasser und lassen sich auf dem Rohboden nieder, der sich selbst überlassen wird“, rechnet Peter Bosse damit, dass ein Erlenwald am Ufer entsteht. Für den Fachmann steht fest: „Das Gesicht der renaturierten Gebiete wird sich komplett verändern“, so Bosse, der auch auf die Kosten eingeht, die mit 150 000 Euro gering ausfallen.

Mehr über das geschaffene Steilufer, die geschützten Uferschwalben und weitere Renaturierungsmaßnahmen in Harsewinkel lesen Sie in der Mittwochsausgabe.

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