Schnelles Internet lässt auf sich warten
Glasfaserkabel, die bis zur Haustür verlegt werden, sollen im ländlichen Bereich schnelles Internet bringen. Wann und ob die von der Verwaltung bevorzugte Möglichkeit umgesetzt wird, steht allerdings noch nicht fest.

Sie befürchtet, dass diese Ortsteile sonst digital abgehängt werden. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses einsichtig. Da bei den Netzbetreibern kein Interesse am Ausbau von schnellem Internet im ländlichen Bereich von Harsewinkel bestehe – es lohne sich wirtschaftlich nicht – , gebe es ohne kommunales Engagement keine Ausbauperspektive.

Funktechnik ist keine Lösung

„Der Außenbereich ist vom technischen und finanziellen Aufwand eine enorme Herausforderung“, stellte Amsbeck-Dopheide heraus. Kabelgebundenes Internet im Außenbereich setze lange Leitungen voraus. Damit Breitband auch wirklich ankomme, müsse Glasfaser bis ins Haus verlegt werden, ein sogenannter FTTH-Anschluss.

„Über die vorhandenen Kabelverzweiger, die grauen Kästen am Straßenrand, kommt selbst mit Vectoringtechnik und den vorhandenen Kupferkabeln nach mehr als einem Kilometer quasi nichts mehr an“, erläuterte sie. Funktechnik sei auch keine Lösung. „Sie setzt Sichtachsen zum Funkmast voraus“, sagte die Bürgermeisterin. Häufig stünden Bäume im Weg, die eine Übertragung beeinträchtigten. „Um bei Funktechnik von Breitband zu sprechen, muss genug Leistung auf den Sendemasten sein. Sie ist im Übrigen witterungsbeeinflusst“, nannte sie weitere Nachteile dieser Möglichkeit.

Förderung soll beantragt werden

Zum Thema „Buddelgemeinschaften“ sagte Amsbeck-Dopheide: „Klingt gut, klingt einfach. Scheint nach den bisherigen Erfahrungen jedoch nicht ohne Hürden zu sein, besonders bei einem Ausbau in der Fläche.“ Es gebe Auflagen und alle Beteiligten müssten sich einig sein.

Mehrere Kommunen im Kreis strebten nun eine geförderte FTTH-Lösung im Außenbereich in Koordination durch die Kreisverwaltung an. Also: einen Glasfaseranschluss bis ins Haus. „Das ist derzeit die beste und zukunftssicherste Lösung“, erklärte die Bürgermeisterin. Auch die Harsewinkeler Verwaltung habe bereits Interesse daran bekundet.

Weil diese Lösung sehr kostspielig sei, soll eine Förderung durch Bundesmittel beantragt werden. Wie hoch der finanzielle Aufwand und die Eigenanteile der Kommunen sein werden, werde derzeit ermittelt. Die Bürger im ländlichen Bereich müssten aber in jedem Fall Geduld haben, bis sie schnelles Internet bekämen, sagte Amsbeck-Dopheide: „Wie bei allen anderen Maßnahmen ist auch bei dieser mit längeren Ausbauzeiten zu rechnen.“

Ausschuss soll entscheiden

Für eine verbindliche Teilnahme ist ein Ratsbeschluss erforderlich. In einer der nächsten Sitzungen des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses am Donnerstag, 21. März, oder am Mittwoch, 8. Mai, will die Verwaltung unter Beteiligung des Breitbandkoordinators des Kreises eine entsprechende Beschlussvorlage erstellen. Darin sollen die technischen Möglichkeiten ausführlich mit Vor- und Nachteilen hinsichtlich der Kosten, der zeitlichen Umsetzung und der Qualität der Datenübertragung erläutert werden.

Auf dieser Grundlage soll der Ausschuss über ein Konzept für die Versorgung des Außenbereichs beraten und entscheiden, sagte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide in der jüngsten Sitzung des Ausschusses. Möglich sei zum Beispiel eine Beteiligung am geförderten FTTH-Ausbau. Der Breitbandkoordinator Jan Christoph Dübner soll in der Sitzung für Fragen zur Verfügung stehen.

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