Sportler wehren sich gegen Hallenteilung
Bild: Scheffler
Sorge um den Fortbestand ihrer Sportart haben Mitglieder von SW Marienfeld, die am Freitag  mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Garnschröder (4. v. l.) gegen den Umbau der Marienhalle protestierten.
Bild: Scheffler

Die Sportler sind aufgebracht. SWM-Vorsitzender Jürgen Garnschröder sagt: „Dann können wir mit der Halle nicht mehr viel anfangen.“ An einer Tafel haben die Sportler Belegungspläne mit roten Markierungen angebracht. 18 Gruppen nutzen die Halle, 14 wären von der Teilung betroffen, erläutert Garnschröder. Besonders bitter für etliche Aktive des fast 1400 Mitglieder starken Vereins: Einige Gruppen müssten sogar aufgelöst werden. Wie das Basketball-Frauenteam, dem nur noch ein Korb bliebe, oder die Schnuppergruppe der Korbjäger. „Aus Platzmangel könnten sich die durchschnittlich 25 teilnehmenden Kinder gar nicht mehr bewegen“, sagt Abteilungsleiterin Nadine Obermeyer.

Ihre Vereinskollegen plagen ähnliche Sorgen. Roger Kiffmeier von den Tischtennisspielern sagt: „Auf dem verbliebenen Platz könnten noch zwei, drei Platten aufgestellt werden. Das reicht nicht fürs Training und nicht für den Spielbetrieb.“ Badminton-Chef Marco Thiemann hat enorme Zuwächse zu stemmen. „Ich ziehe am Mittwoch in der Zweifachhalle am Ruggebusch 70 Leute durch. Da können keine anderen Gruppen mehr rein.“

Ob Turnen für Männer, Senioren- oder Jugend-Fußball – einigen Gruppen drohe das Aus. Auch der von der Verwaltung empfohlene Umzug in die alte Turnhalle nebenan sei nicht praktikabel, erklärt Petra Westbeld, die Leiterin der Gymnastik-Abteilung. Denn die Geräte seien fest an die jeweiligen Hallen gebunden. Die könne man nicht einfach so hin- und hertragen, zumal im Falle eines Umbaus der Sportbereich nur noch durch die Umkleidekabinen verlassen werden könne.

Die Schwarz-Weißen hoffen, dass „alles zurück auf Anfang geht“, wie es Jürgen Garnschröder ausdrückt. Eine neue Diskussion zwischen allen Partnern müsse geführt werden. „Und das richtet sich nicht gegen die Evangelische Kirche oder das Jugendhaus Trockendock, das seinen Ort braucht“, fügt Petra Westbeld entschieden hinzu. Der Blick richtet sich auf Dienstag, 25. September, wenn in der Ratssitzung abgestimmt werden soll. In der Sitzung des Sozialausschusses am 19. September will der SWM-Chef seine Argumente noch einmal vortragen. „Dafür habe ich schriftlich ein Rederecht beantragt.“

“Schlag ins Gesicht“

Der Vorgang der Entscheidungsfindung im Rathaus kommt dem Vorsitzenden von Schwarz-Weiß Marienfeld spanisch vor. „Dass wir vorher nicht informiert wurden, ist ein Schlag ins Gesicht“, sagt Jürgen Garnschröder. Obwohl sich die Verwaltung am 12. Juli auf die Variante Umbau der neueren Turnhalle der Marienschule festgelegt habe, sei der Verein erst am 25. Juli davon in Kenntnis gesetzt worden. „Außerdem ist die Politik in den Sommerferien überrumpelt und unzureichend informiert worden“, kritisiert der Vorsitzende. Zugleich sei den Nutzern der Halle mitgeteilt worden, dass die Stadt Harsewinkel einen Förderantrag bei der Bezirksregierung Detmold gestellt habe. Dabei ging es um Gelder in Höhe von bis zu 364 000 Euro, die das Land im Rahmen der Sportstättenförderung und der sozialen Integration beisteuern könnte. Er habe bei der Bezirksregierung angerufen, erzählte Garnschröder gestern. Der zuständige Dezernent habe ihm gesagt, der dafür vorgesehene Fördertopf sei vierfach überzeichnet. Gut möglich also, dass die Stadt viel mehr für den Umbau zahlen müsste als geplant.

Für die Schwarz-Weißen werde die Halle „fast unnutzbar“, falls der Umbau komme, hieß es beim  Infotermin. Nadine Obermeyer von den Korbjägern favorisiert eine Variante, die bereits am 11. Juli in der Ratssitzung auf der Agenda gestanden hatte: „Ein Anbau wäre für beide Seiten sinnvoll.“

SOCIAL BOOKMARKS