Stadt legt ohne Genehmigung Teich an
Bild: Aundrup
Einen großen Feuerlöschteich hat die Stadt im Herbst 2017 an der Hesselteicher Straße in Harsewinkel (im Grenzgebiet zu Versmold) anlegen lassen. Allerdings ohne zuvor eine Genehmigung dafür einzuholen.
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Und die hätte nach dem Naturschutzrecht eingeholt werden müssen. Ein erster Hinweis auf diesen recht pikanten Fall ging bereits Ende Februar bei Hartmut Lüker vom Gütersloher Kreisverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein. „Ich habe gleich bei der Unteren Wasserbehörde angerufen und nachgefragt, ob eine Genehmigung für den Feuerlöschteich vorliegt. Das war nicht der Fall. Der Fall war der Behörde aber schon bekannt. Da gingen bei mir alle Alarmglocken“, so Lüker, der für den Nordkreis ehrenamtlich Stellungnahmen vom BUND zu bestimmten Vorhaben abgibt.

„Es ist eine Ungeheuerlichkeit“

„Es ist eine Ungeheuerlichkeit, wie sich eine Kommune so etwas leisten kann. Es ist bitterböse und traurig, wenn eine Stadt nicht weiß, wofür man eine Genehmigung einholen muss. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Hartmut Lüker, der zu den Gründungsmitgliedern des BUND-Kreisverbands gehört. Und er wird noch deutlicher: „Das ist eine Riesensauerei.“ Und wie geht es nun weiter? Für ihn liegt die Lösung dieses Falls auf der Hand: „Die Stadt Harsewinkel muss den Feuerlöschteich zurückbauen“, so Lüker, der regelmäßig Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde des Kreises hat. Eine solche Aufforderung gehe möglicherweise in Kürze vom BUND an die Stadt. Derzeit prüft die Untere Naturschutzbehörde, ob das Verfahren genehmigungsfähig ist. Kreis-Pressesprecherin Beate Behlert konnte sich am Montag aber nicht näher dazu äußern: „Heute erreiche ich niemanden von den Verantwortlichen, so dass ich nicht mit einer Antwort dienen kann.“ So viel konnte sie aber sagen: „Der Kreis macht sich derzeit Gedanken, wie man damit umgeht.“

Bürgermeisterin räumt Fehler ein

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) ging am Montag auf diesen Fall ein: „Der Löschteich wurde im Herbst letzten Jahres angelegt. Er ist viel größer geworden, als von der Verwaltung beauftragt wurde.“ Und sie räumte ein: „Die Verwaltung hat versäumt, eine Genehmigung einzuholen.“ Der Löschteich sei gerade dort an der Hesselteicher Straße gebaut worden, weil der Brandschutzbedarfsplan in diesem Bereich ein Defizit in der Löschwasserversorgung ausgewiesen habe. „Wir befinden uns derzeit in der Abstimmung mit dem Kreis Gütersloh, wie es in dieser Angelegenheit weitergeht“, so die Bürgermeisterin zur „Glocke“. Am Ende dieser Gespräche mit der Kreisverwaltung werde sich zeigen, ob das Gewässer zurückgebaut werden müsse, so Sabine Amsbeck-Dopheide. Bei der Anlage des Teichs sei unberücksichtigt geblieben, dass dieser Standort aus naturschutzfachlicher Sicht problematisch sei – und zwar insbesondere im Hinblick auf die Amphibienwanderung. Als die Stadt Harsewinkel darauf aufmerksam gemacht wurde, habe sie unverzüglich alle Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Amphibienschutz zu gewährleisten. Deshalb ist das Gewässer derzeit mit einem grünen Amphibienschutzzaun umgeben.

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