Stadtwerke Harsewinkel gegründet
Bild: Aundrup
Der Gesellschaftervertrag für die Stadtwerke Harsewinkel ist unter Dach und Fach: (vorn v. l.) Stefan Volmering (zweiter Geschäftsführer der Stadtwerke Harsewinkel), Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und ihr Versmolder Amtskollege Thorsten Klute, Jörg Kogelheide (Geschäftsführer der Stadtwerke Harsewinkel), (hinten v. l.) Notar Paul-Gerhard Potthoff, der Allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Heinz Niebur, der Harsewinkeler Energieberater Peter Gödde und Theresa Fielitz (Strom- und Gasversorgung Versmold).
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 Dass das ein feierlicher Moment ist, zeigt die weiße Decke, die ausnahmsweise auf dem Tisch des kleinen Sitzungssaals im Rathaus liegt. „Das ist der Geburtstag der Stadtwerke“, betont Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD), die sich freut, mit der Stadt Versmold und der dortigen Strom- und Gasversorgung einen Partner in der Nachbarschaft gefunden zu haben. Das Ziel sei noch nicht erreicht – schließlich stehen noch die Verhandlungen mit dem derzeitigen Konzessionär RWE an –, dennoch seien die ersten Schritte gemacht. „Nun gilt es, laufen zu lernen“, so Harsewinkels Stadtoberhaupt. Versmolds Bürgermeister Thorsten Klute (SPD), der auf eine lange Geschichte der dortigen Stadtwerke zurückblicken kann, berichtet vor der Vertragsunterzeichnung von den guten Erfahrungen: „Eigene Stadtwerke sind die Säulen der Unabhängigkeit. Und wir freuen uns, dass wir bei dem Prozess in Harsewinkel mitwirken dürfen.“

Vernünftige Rendite, guter Strompreis

Beide Bürgermeister machen keinen Hehl daraus, mit der Stadtwerkegründung auch wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Der Geschäftsführer der Strom- und Gasversorgung Versmold und der Stadtwerke Harsewinkel, Jörg Kogelheide, verweist darauf, dass 2011 rund eine Millionen Euro an Rendite aus der Strom- und Gasversorgung an die Stadt Versmold abgeführt wurde. Man baue auf eine vernünftige Rendite, einen guten Strompreis und ein solides Unternehmen. „Durch die Netzübernahmen wird es keine höheren Strompreise für die Bürger geben. Im Gegenteil. Wir streben an, dass sie niedriger werden“, macht Harsewinkels Energieberater Peter Gödde deutlich. Jörg Kogelheide betont, dass der Strompreis in Versmold um 10 bis 15 Prozent unter dem der RWE liege. Hinzu kommt: Die Gewerbesteuer fließt nicht zum RWE-Hauptstandort Essen, sondern bleibt in Harsewinkel. Und auch Arbeitsplätze sollen vor Ort entstehen. Für den zweiten Geschäftsführer der Stadtwerke Harsewinkel, Stefan Volmering, steht fest: „Seit 40 Jahren sind wir als Wasserversorger tätig und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Jetzt folgt der Strom und perspektivisch das Gas. Ich bin zuversichtlich, dass wir Vollversorger werden.“ Und wie geht es nach der Gründung der Stadtwerke Harsewinkel weiter? Zunächst folgen die Verhandlungen mit der RWE über die Netzübernahme. Dann geht es in den Konzessionsverträgen um den Sachzeitwert und den Ertragswert.

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