Storchennachwuchs überlebt Störungen nicht
Die jungen Störche in Harsewinkel haben nicht überlebt. Grund dafür sollen Störungen durch Menschen gewesen sein.

Der Marienfelder Hobbyfotograf Egon Möllenbrock hatte die kleine Storchenfamilie auf Distanz abgelichtet und die Bilder öffentlich gemacht. Jetzt gerät er in die Kritik, obwohl er davor gewarnt hatte, zu dem Nest zu pilgern. Und auch er selbst hatte nur aus gebotenem Abstand fotografiert, wie er sagt.

Selbst stets aus der Distanz fotografiert

Da etliche Neugierige wohl weniger Vorsicht walten ließen, stellten die Storcheneltern das Füttern ein. Der Nachwuchs verhungerte. Möllenbrock regt das „absolute Fehlverhalten“ der Menschen sehr auf, wie er sagt. „Das hat weder mit Tierliebe noch mit Tierschutz zu tun.“

Er selbst pirsche sich bei seinen Ausflügen stets vorsichtig heran, bleibe auf Abstand und fotografiere mit einem Teleobjektiv aus sicherer Entfernung, stellt der Marienfelder klar. „Ich vermute, dass die Neugierigen einfach in die eingezäunte Wiese gegangen sind, in der auch Rinder und Bullen grasten. Wären sie am Wiesenrand stehen geblieben, wie ich es machte, dann wäre vermutlich nichts passiert“, sagt er. Egon Möllenbrock spricht von einer „absoluten Unvernunft der Menschen.“

Anwohner macht Naturfreund Vorwürfe

Ein Anwohner, der in der Nähe des Storchennests lebt, hat einige Menschen dabei beobachtet, wie sie zum Nest pilgerten. Er beschwerte sich bei Möllenbrock, dass Heerscharen von Neugierigen unterwegs gewesen seien. „Er wirft mir nun vor, ich sei Schuld, dass die beiden Storchenjungen in dem Nest verhungert sind“, sagt Möllenbrock.

Und diese Aussage trifft den Naturfreund. Er hat gegenüber dem Anlieger sein Bedauern deutlich gemacht. Allerdings trage er keine Verantwortung für das rücksichtslose Verhalten der Störer. „Ich appelliere an das Gewissen und die Verantwortung aller für die Natur und Umwelt.“

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