Tochter „in schrecklichem Zustand“

Der 51-Jährige habe mehrfach nachgefragt, wer die angebliche Geburtstagsfeier veranstalte, sagte der Mann im Zeugenstand vor der vierten Strafkammer des Landgerichts Bielefeld aus. „Ich habe leider nur erfahren, dass sie zu irgendeinem Kollegen oder Freund aus der Schule geht“, sagt er bekümmert.

„Vergeblich, sie hat nicht geantwortet!“

 Er habe sich damit jedoch nicht abfinden wollen. Und so habe er sie 20 Minuten, nachdem sie das Haus verlassen habe, telefonisch zu erreichen versucht. „Vergeblich, sie hat nicht geantwortet!“

Die Tochter habe mit ihrem Vater verabredet, dass sie sich sofort melde, wenn sie bei dem angeblichen Schulfreund, den sie mit einer Freundin besuchen wollte, eingetroffen sei. „Ich weiß nicht, wie oft ich sie angerufen habe.“

Nachricht vom Rettungssanitäter

Erst viele Stunden später bekam der Vater von einem Rettungssanitäter, der sich vom Städtischen Klinikum Gütersloh aus per Handy der 14-Jährigen meldete, die Nachricht über den Verbleib seiner Tochter. Als er im Krankenhaus eintraf, sah er sie „in einem schrecklichen Zustand. Sie lag mit verdreckter Kleidung auf einer Liege, war völlig außer sich, weinte und bekam keinen Satz zusammen.“

Die Eltern des Mädchens sind geschieden, die Tochter lebt überwiegend bei der Mutter, die bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit von der Kammer befragt worden ist. An manchen Wochenenden weilt das Mädchen beim Vater. Er berichtete auch über den Umgang mit einer pubertierenden Tochter. „So gehst du nicht raus“, habe er befohlen, wenn sie textil freizügiger als er es erlaubt habe, die Wohnung verlassen wollte.

Mit Alkohol  „so gut wie keine Erfahrung“

In Erziehungsfragen seien sich die Eltern uneinig gewesen. Die Frage nach der Aufklärung seines Kindes beantwortete er so: „Nicht durch mich.“ Mit Alkohol habe sie „so gut wie keine Erfahrung“. Aber sie habe ihm geschildert, wo sie die Flasche Wodka, die sie im Keller dabei hatte, gekauft habe. Seines Wissens habe sie bisher keinen festen Freund im Sinn einer Liebesbeziehung gehabt. In der Schule sei sie, „sehr beliebt, weil sie eigene Belange zurückstellt.“ Der 51-Jährige fügte leise hinzu: „Es fällt mir schwer, meiner Tochter etwas abzuschlagen.“

Der Prozess wird am Mittwoch, 20. November, fortgesetzt.

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