Unternehmerinnen vom Filzvirus gepackt
Zufrieden mit dem, was ihnen der Blick durchs eigene Schaufenster zeigt: Karin Twelkemeier (links) und Ulrike Wieland haben sich mit einer Filzwerkstatt selbstständig gemacht.

An der August-Claas-Straße sind sie  damit beschäftigt, eine eigene Handfilzwerkstatt plus Atelier einzurichten.

„Wir lassen uns bei der Arbeit gern über die Schulter schauen“, lädt Ulrike Wieland alle Interessenten ein. „Wir stellen uns neuen Herausforderungen und wollen zeigen, was mit Filz möglich ist“, erklärt Karin Twelkemeier selbstbewusst. Gemeinsam mit Ulrike Wieland macht sie ihre kreative Passion zur Profession.
Gut sieht es schon aus in den neuen Räumlichkeiten. Ausgefallene Hüte und Gehröcke, bequeme Filzpuschen und formschöne Handtaschen sowie witzig gemachtes, knallbuntes Spielzeug, Schmuck und jede Menge Dekoratives sind neben Arbeiten ausgestellt, die Ulrike Wieland und Karin Twelkemeier im Rahmen ihrer derzeit noch laufenden dreijährigen Ausbildung zur Filzerin hergestellt haben.
Während Ulrike Wieland ihre Ausbildung in Brienz im schönen Berner Oberland absolviert und im April 2013 fertig ist, macht Karin Twelkemeier, die im baden-württembergischen Ballenberg Kurse belegt hat, 2014 ihren Abschluss. „Obwohl uns der Filzvirus schon vor mehr als einem Jahrzehnt gepackt hat, wollten wir das Handwerk von Grund auf lernen“, erklären die beiden Frauen wie aus einem Mund. Ihre Ausbildung sehen sie nicht nur als wichtige Bereicherung ihres Lebens, erklären sie, sie sei auch Grundlage für Filzkurse, die in der neuen Werkstatt angeboten werden sollen.
Ihr Ansatz ist, interessierten Menschen die alte traditionelle Technik des Filzens zu vermitteln. „Mit Wasser, Seife und viel Bewegung“, so Ulrike Wieland. Das sei Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes. Im Übrigen besucht die 46-Jährige auch Kindergärten und Schulen, um die Kinder und Jugendlichen dort mit der Urform des verwendeten Materials vertraut zu machen. „Wenn die Schüler dann in den Vliessack schauen, stellen sie regelmäßig naserümpfend fest, dass die graue Rohwolle – das Vlies – recht streng nach Schaf riecht.“ Für ihre Arbeiten verwenden die Handfilzerinnen vorrangig konventionell eingefärbtes Material.

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