Versuchter Mord: Sechs Jahre Gefängnis

Der 30-Jährige hatte einen Landsmann (24) niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eine 34-jährige Harsewinkelerin als Mittäterin zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, hatte der Verteidiger der Gymnasiallehrerin, Martin Mauntel, gefordert. Das kam nach Ansicht des Kammervorsitzenden Dr. Georg Zimmermann für die Mutter von zwei Kindern aber nicht in Betracht. „Wir sehen sie nicht als Gehilfin, sondern als Mittäterin an“, so Zimmermann.

„Wir würdigen das Geschehen als hinterlistigen Überfall“

Und weiter sagte er: „Wir würdigen das Geschehen als hinterlistigen Überfall“, in dem beide Angeklagten ein „arbeitsteiliges Zusammenwirken“ praktiziert hätten. Wie berichtet war es am 5. Juni 2018 in einem Haus am Tecklenburger Weg, das die 34-Jährige mit ihrem von Tisch und Bett getrennt lebenden Gatten und den Kindern bewohnte, zu dem dramatischen Geschehen gekommen.

Der frühere Geliebte der Frau, ein als „gelegentlich äußerst aggressiv“ bezeichneter Asylbewerber, den sie in der Nacht vor der Tat heimlich auf dem Dachboden versteckt hatte, stürzte sich rasend vor Eifersucht auf seinen Landsmann. Diesen habe die 34-Jährige hinterhältig ins Haus gelockt, heißt es in der weiteren Urteilsbegründung.

„Es ging ihm darum, ihn zu töten“

Der mit drei Messern bewaffneten Angreifer habe durch den Schlund des Opfers in dessen Hals gestochen. „Es ging ihm darum, ihn zu töten“, stellte Richter Dr. Zimmermann klar.

Hintergrund: Die Frau hatte zum Hauptangeklagten und zum Opfer intime Beziehungen gepflegt. Dieses Dreiecksverhältnis habe den Angeklagten emotional aufgewühlt.

34-Jährige befindet sich bis zu ihrem Haftantritt auf freiem Fuß

Der 30-Jährige hatte seine Liebe zu der Harsewinkelerin in einem „mit seinem eigenen Blut geschriebenen Brief, der sich in unseren Akten befindet“ (so der Richter) bekundet. Die Strafen für die zwei Angeklagten – die Harsewinkelerin war wegen Beihilfe zum Totschlagsversuch angeklagt worden – seien schwerer ausgefallen, als sie von Staatsanwalt und Nebenklägerin gefordert worden waren, so der Richter.

Der Haftbefehl gegen den 30-Jährigen, der einen Tag nach der Tat erlassen worden war, bleibt aufrecht erhalten. Die 34-Jährige befindet sich bis zu ihrem Haftantritt auf freiem Fuß. Gegen das Urteil können die Angeklagten Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

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