Viel Wirbel um „Rucksack-Projekt“

Dort sind acht Bürger mit Migrationshintergrund vertreten. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die Mehrheit des Gremiums steht voll uns ganz hinter der Sprachförderung. Ayse Özer  ist sogar aktiv eingebunden und weiß, wie wertvoll die Arbeit ist: „Das Projekt trägt dazu bei, dass die Schwellenangst von Eltern mit Migrationshintergrund gegenüber dem Kindergarten oder der Schule abgebaut wird. Vor allem die Mütter werden dadurch gestärkt.“

Erfolge nicht messbar

Doch es gibt auch andere Meinungen. Ogün Yilmaz zieht den Nutzen von „Rucksack“ in Zweifel. Er plädierte dafür, die Mittel verstärkt für die Förderung der Kinder einzusetzen und nicht für die Eltern. Die Erfolge des Projekts seien nicht messbar, kritisierte der Lokalpolitiker. „Ich möchte aber wissen, ob es den Kindern etwas gebracht hat“, betonte Yilmaz. Dazu die städtische Gleichstellungsbeauftragte Monika Edler-Rustige (Bild rechts): „Sicherlich ist es sehr schwer, die Erfolge zu beziffern. In der sprachlichen Entwicklung spielen schließlich viele Faktoren eine Rolle. Die Kinder nehmen überall etwas auf, und nicht nur im Rucksack-Projekt.“

„Wir müssen nichts schönreden“

 Für Sozialdemokratin Gunhild Hinney ist der Vorstoß von Ogün Yilmaz alles andere als nachvollziehbar. „Sprachliche Probleme werden durch das bilinguale ‚Rucksack-Projekt‘ überwunden. Wir müssen nichts schönreden. Es gibt noch viele Menschen in Harsewinkel, die kein Deutsch sprechen.“ Und auch Andreas Faulhaber (Grüne) und Johannes Sieweke (UWG) sprachen sich deutlich dafür aus, das Projekt weiter voranzutreiben.

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