Vom Bazillus Segelfliegen voll erwischt
Bild: Darhoven
Bereit zum Abheben: Dr. Alexander Pohlhausen betreibt die Segelfliegerei mit Leidenschaft und fühlt sich im Cockpit pudelwohl.
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Um bei seinen Ausflügen zum Dach des Himmels auch wieder gesund zurück zu seiner Frau und den Kindern zu kommen, gilt es für den erklärten Segelflieger reinsten Wassers, stets wachsam und konzentriert zu bleiben. Im Gegenzug bekommt der 49-Jährige die grenzenlose Schönheit der Natur und ein ganz besonderes Glücksgefühl auf dem Silberteller präsentiert. Droge Segelflug als Verführer.

 Der Flugsport bedient Interessen für Technik, an Naturerlebnissen, an Wettkampf und Verantwortung. Vor allem aber zählt die Gemeinschaft. „Ohne gegenseitige Unterstützung von Gleichgesinnten, funktioniert Segelflug nicht.“ Alexander Pohlhausen muss es wissen, denn er erobert seit 32 Jahren den Himmel rund um Oerlinghausen. „Wenn man die Erde unter sich sieht und zwischen den Wolken schwebt, hat man eine ganz andere Wahrnehmung“, sagt der Greffener. „Und wenn man dann in den Aufwinden mit bis zu 20 Stundenkilometern vertikal nach oben oder auch nach unten getrieben wird, spürt man die Naturgewalten sehr genau. Genau das ist das Faszinierende.

 Animiert durch den Modellflug, hat Pohlmann 1981 in der Segelflugschule in Oerlinghausen einen zweiwöchigen Ferienlehrgang absolviert. Trotz widrigen Wetters und nur wenigen schönen Flügen hat ihn der Bazillus Fliegen voll erwischt. „Von da an wusste ich, dass das mein Hobby ist.“

Golf-Handicap leidet

 1985 absolvierte der Greffener seinen Luftfahrerschein und das Funksprechzeugnis. Und stieg voll ein. Für seine Frau bedeutete das oftmals Kompromisse und kurzfristige Umplanungen. Vor allem wenn sich am Himmel ideale Segelflugbedingungen abzeichneten. Ein Abkommen („Der Sonntag gehört der Familie“) sorgt allerdings für Entspannung auf beiden Seiten. Außer Fliegen und Familie fordern ja auch noch der Beruf und der Golfsport ihr Recht. „Bei letzterem habe ich immer noch ein sehr schlechtes Handicap. Ich gebe halt, wenn das Wetter schön ist, lieber dem Fliegen den Vorzug, statt auf dem Golfplatz zu stehen.“

 Zwischen 15 und 20 Stunden im Jahr befindet sich Alexander Pohlhausen 50 bis 100 Kilometer im Umkreis des Flugplatzes Oerlinghausen in vereinseigenen Segelflugzeugen in der Luft. Wenn es die Wetterlage zulässt, zieht er auch über Greffen seine Kreise.

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