Von der „Glocke“ zum Malen inspiriert
Bild: Aundrup
Das Hasenmotiv hat Erika Temmen 2012 in der „Glocke“ entdeckt und auf eine Dose gemalt.
Bild: Aundrup

 „Mein erster Gedanke war: Den musst du malen“, sagt die Harsewinkelerin. Sie hat sich das Foto besorgt und dann begonnen, das Motiv künstlerisch in subtiler Farbgebung umzusetzen. Ein Blick auf die Dose zeigt, wie wunderbar ihr das gelungen ist. Für ihre Malerei verwendet die 74-Jährige, die sich seit 27 Jahren in ihrer Freizeit der Porzellanmalerei widmet, am liebsten Weiß-Porzellan der im thüringischen Rudolfstadt beheimateten und vor 100 Jahren gegründeten Porzellanmanufaktur Kämmer. Ihre Materialien, Farben der dänischen Firma Schierning und feine Pinsel, bezieht die Fachfrau dagegen aus Hamburg. Sie setze auch dabei konsequent auf Qualität, betont die Künstlerin im Gespräch mit der „Glocke“. Zum Osterfest fertig geworden ist nicht nur die mit dem süßen Zwerghasen bemalte Dose, deren Vorlage sie in der „Glocke“ entdeckte, sondern auch zahlreiche Teller, Schalen und Gefäße hat die Harsewinkelerin mit Blumen und anderen Frühlingsmotiven versehen. „Die Porzellanmalerei ist Lebensfreude für mich“, sagt Erika Temmen aus voller Überzeugung. Die Porzellanmalerin hat noch viele Motive im Kopf. Im Moment ist sie damit beschäftigt, einen Greifvogel auf einen großen Teller zu bannen. Feinstarbeit, die hohe Konzentration erfordert, sagt sie. Da müssen nicht nur die Proportionen stimmen, es kommt auch auf Licht und Schatten an. „Der Kopf des Vogels muss Charakter haben“, sagte die Malerin. Nach dem Farbauftrag wird das Exponat zwischen 785 und 1300 Grad, je nach Farbe, gebrannt. Erst dann kann Erika Temmen beurteilen, ob die Arbeit wirklich gelungen ist. Es bleibt spannend in ihrem Atelier.

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