Wenn Elterntaxis zum Problem werden
Bild: Aundrup
An der Straße Am Pfingstknapp, wo die Kardinal-von-Galen-Grundschule und das Erprobungsstufengebäude des Gymnasiums liegen, kommt es durch Wendemanöver immer wieder zu brenzligen Situationen.
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Die CDU wünscht sich die Einrichtung von Elterntaxi-Haltezonen. So soll dem motorisierten Verkehr vor den Schulen ein Riegel vorgeschoben werden. Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Antrag.

Beteiligung am kreisweiten Projekt vorgeschlagen

Die Idee der Christdemokraten: Die Harsewinkeler Schulen sollen sich an dem kreisweiten Projekt „Lass(t) uns laufen! Weniger Elterntaxis an meiner Schule“ beteiligen – und die Stadt soll die Schaffung von Hol- und Bringzonen mit 7000 Euro pro Schule finanziell unterstützen. Und zwar bei allen Schulen, die sich beteiligen wollen. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, dass das Thema zunächst in der Schulleiterrunde Ende Oktober besprochen werden sollte.

„Wir wollen die Eltern nicht bevormunden“

 „Wir wünschen uns einen Konsens. Und wir wollen die Eltern nicht bevormunden“, unterstrich Pamela Westmeyer (CDU). Reinhard Hemkemeyer (SPD) redete Tacheles: „Wenn wir ehrlich sind, sind die Eltern das Problem. Über den Klimaschutz zu reden und danach zu handeln, sind zwei Paar Schuhe“, so der Sozialdemokrat.

Er möchte rigoros vorgehen, wenn es kein Einsehen bei den „Helikopter-Müttern“ geben sollte: „Wenn A nicht funktioniert, dann sollten wir B sagen und versuchsweise eine Straße vor einer Schule sperren lassen.“

Viele Vorhaben scheitern – wegen der geringen Resonanz

Dabei bezog sich Reinhard Hemkemeyer auf diverse Projekte, die in schon an den Grundschulen initiiert worden sind, meist mit wenig Erfolg. Um den Verkehr an der Kardinal-von-Galen-Schule zu reduzieren, gab es im November 2018 die Idee für einen Walking-Bus: Kinder, die Lust dazu haben, laufen morgens gemeinsam zur Schule und werden dabei von zwei Erwachsenen, den so genannten „Busfahrern“, begleitet. Das Vorhaben scheiterte allerdings – wegen der geringen Resonanz. Stattdessen wollte die Kardinal-von-Galen-Schule auf eine Elternhaltestelle bauen: Von bestimmten Haltestellen – etwa am Friedhof oder am Hallenbad – sollten die Kinder von ehrenamtlichen Wegbegleitern zur Grundschule am Pfingstknapp geführt werden. Aber auch dieses Vorhaben stieß auf wenig Gegenliebe bei den Eltern.

Auch Polizei-Maßnahmen fruchten nicht

Auch polizeiliche Maßnahmen vor der Grundschule, bei denen die Eltern auf ihr verkehrsgefährdendes Verhalten hingewiesen wurden, fruchteten laut Ordnungsamt nicht. Weder Gespräche noch Verwarngelder führten zu einem Umdenken. An der Marienschule gibt es seit 2007 den Walking-Bus auf zwei Linien. 27 Kinder nutzen das Angebot derzeit. In Marienfeld werden die Elterntaxis derzeit noch nicht als Problem gesehen. An der Löwenzahnschule und an der Astrid-Lindgren-Schule scheiterten geplante Projekte – an der zu geringen Bereitschaft der Eltern, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

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